Astolfi/Béchard/Pipoyan «Anatomy of Emotions»
«Angst» und «Wut» machen den Anfang des Dreiteilers, mit dem die Bühnen Bern fulminant in die neue Spielzeit starten. Wesentlich am Erfolg beteiligt ist das Berner Symphonieorchester, das unter der Leitung des ukrainischen Dirigenten Artem Lonhinov die Tanzenden vortrefflich unterstützt. Erstaunlich, wie gut das funktioniert, angesichts der Werkwahl: Neben Sätzen aus Sinfonien von Beethoven (3, 5 und 7) und Mahler (2 und 5) erklingen barocke Intermezzi (Gluck, Purcell).
Die expressive Tanzsprache geht mit den vertrauten Klängen, darunter das «Ta-ta-ta-taaa» aus Beethovens Fünfter, eine fruchtbare Liaison ein.
Um die Emotionen, denen wir angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Welt ausgesetzt sind, geht es in «Anatomy of Emotions» aber nicht, der Abend ist allgemeiner gefasst. Und konkreter: Mauro Astolfi («Angst») und Etienne Béchard («Wut») – beide haben bereits mehrfach für das Berner Ensemble choreografiert – packen unterschiedliche Gefühlswelten in Bewegungsabläufe voller Kippmomente und Überraschungen. Mit sprühender Fantasie und Witz geht der italienische Choreograf Astolfi, Leiter von Spellbound Contemporary Ballet, ans Werk. Er dockt seinen Kurzkrimi «Angst» an ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Marianne Mühlemann
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