Blaues Licht
Tempo ist nicht alles im Tanz. Dimitri Chamblas tourt seit 2018 mit der kollektiven Performance «Slow Show», damals arbeitete der Choreograf mit Studierenden des California Institute of the Arts: Es ging um minimalistische, verlangsamte Bewegungen, beeinflusst von Trance, Exaltation und unbewussten Erinnerungen. Tanz, der im Verschwinden begriffen war, und gerade dadurch einen ganz eigenen Reiz entwickelte, weit weg von sportiver Überwältigungsästhetik, konzentriert auf die Tänzer*innen, ihr Empfinden und ihren persönlichen Ausdruck.
Wobei Chamblas sich nicht im Community Dance mit Tendenz zur Selbsterfahrung zu Hause sieht. Der 49-Jährige kommt von der Pariser Opéra, hat unter anderem mit Mathilde Monnier, Boris Charmatz und William Forsythe gearbeitet. Und zeigt gleichzeitig keine Scheu vor Kommerz: Seine Firma Same Productions produziert Werbekampagnen, Musikvideos und Filme unter anderem für Luxusmarken. Einen weiteren «Slow Show»-Ableger plant Chamblas Anfang September unter Beteiligung von 50 Amateurtänzer*innen an einem öffentlichen Ort in Zürich. Dieser ist eingebunden in eine Ausstellung, die Chamblas zwischen dem 9. Juni und dem 17. September im Luma Westbau einrichtet: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juni 2023
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Falk Schreiber
Deutschland
Altenburg Theater «Forever Lennon», Ballett von Silvana Schröder zu Musik von John Lennon und den Beatles. Theaterzelt, 30. Juni
www.theater-altenburg-gera.de
Augsburg Theater Henry Purcells Ballettoper «The Fairy Queen» (siehe S. 38). 2. Juni, 12. Juli «Dimensions of Dance. Part 4»:«A Fresh Start» des Choreografenteams Iratxe Ansa und Igor Bacovich...
Notiert
Das Theater Osnabrück und Tanzdirektorin Marguerite Donlon gehen ab Sommer getrennte Wege. An mangelndem Publikumszuspruch kann es nicht liegen, Produktionen wie «Lorca» (tanz 5/23) liefen gut und bleiben auf dem Spielplan.
Die Choreografin Meg Stuart erhält das «Guggenheim Fellowship 2023» und plant eine «feministische, spirituelle und ökologische...
In jedem Ballettsaal stand einst ein Piano. An diesem saß eine Person, die nie ihre Miene verzog und höflich nur dann die Tasten schlug, wenn man es ihr befahl – die wahre Macht des Pianos war selten zu erleben. In «WEG» sitzt Lea Petra am Piano, eine Argentinierin, die in Brüssel schon Thomas Hauert und Ivo Dimchev das Fürchten lehrte. Und nun der siebenköpfigen...
