Ricardo Fernando «The Fairy Queen»

Augsburg

Tanz - Logo

Oper und Ballett kennen sich schon sehr lange. Nicht selten konkurrieren sie wie Bruder und Schwester um die Aufmerksamkeit des Publikums – umso spannender also, wenn man sie versuchsweise miteinander verheiratet. Am Staatstheater Augsburg hat Ballettdirektor und Chefchoreograf Ricardo Fernando nun die Semi-Opera «The Fairy Queen» (1692) von Henry Purcell inszeniert.

Hinter der unterkomplexen, aber unterhaltsamen Handlung steckt Shakespeares «Sommernachtstraum»: Durch eine Zauberblume des harlekinhaften Geistes Puck werden nicht nur das royale Feenpaar Oberon und Titania kurzzeitig entzweit, sondern auch die Liebespaare Hermia und Lysander sowie Helena und Demetrius zum Fremdverlieben animiert. Ein singender Feenchor, ein tanzendes Feencorps, die Magie des Zauberwalds, dann noch die Nummer mit dem Theater auf dem Theater, und am Ende wird natürlich alles gut. Alle Hauptfiguren werden von Sänger*innen verkörpert, bis auf Puck, der mit einem Countertenor und einem Tänzer besetzt ist.

Das Ballett hat eher dekorative, bebildernde Funktion und geht mit dem Sänger*innen-Ensemble vereinzelte, handwerklich unglückliche Verbindungen ein. Einzig in der Liebesszene zwischen Titania und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2023
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Carmen Kovacs

Weitere Beiträge
Katharina Torwesten «Romeo und Julia»

Einen Fuß im Ballettschuh, einen barfuß, so springt uns Julia in Katharina Torwestens Choreografie zu Prokofjews Liebesklassiker entgegen. Veronika Jungblut gibt ihr Jugendfrische und Unbekümmertheit, mit der sie neugierig auf Romeo (Leony Boni) reagieren kann. Es funkt beim Ball, über dem Ausstatter Michele Lorenzini Schwerter von der Decke hängen lässt. Dazu gibt...

Dominique Dumais «Chaplin!»

«Maestro, bitte singen Sie!», heißt es auf einem Zwischentitel, mit dem Dominique Dumais ihren «Chaplin!»-Abend stummfilmartig gliedert – und Enrico Calesso stimmt den «Nonsense Song (Titine)» an, ohne deshalb vom Dirigieren zu lassen, während Paul Calderone auf der Bühne so tut, als ob er der singende Chaplin wäre. Eine Schlüsselszene gleich in mehrfacher...

Newcomer Valentino Zucchetti

Valentino Zucchetti ist ein junger, wortgewandter Choreograf, der erfolgreich an seiner Karriere als Tanzmacher schmiedet und zeitgleich als Tänzer am Londoner Royal Ballet immer noch bedeutende Rollen verkörpert. In der Tasche hat er bereits einen «South Bank Award» sowie einen «Critics’ Circle National Dance Award» für seine Kreation «Anemoi» (Kategorie: «Best...