James Sutherland «Freddie»

Cottbus

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Wenn die Politik sich dazu durchringt, eine Ballettkompanie nachzupolstern, grenzt das an ein Wunder und spricht dafür, dass da etwas vor sich geht, was genauerer Beobachtung bedarf. Also Ortstermin in Cottbus, wo ab kommender Saison vier zusätzliche Tänzer*innen plus zwei Elev*innen antreten werden, um das bislang achtköpfige Ensemble zu erweitern. Schon das ein Beweis dafür, dass Ballettchef Dirk Neumann eine bis dato ungekannte Tanz-Begeisterung in die Lausitz-Stadt hineingetragen hat.

Zur Premiere kommt – am Abend der King-Charles-Krönung in London – eine Hommage an den royalen Gegenentwurf und Frontmann der ikonischen Pop-Band Queen: den lebenstrunkenen, sexaffinen, bühnenexzentrischen (und privatim für seine höflichen Manieren bewunderten) Sänger Freddie Mercury. James Sutherland, bis Ende letzter Saison Tanzdirektor in Kaiserslautern (tanz 6/22), choreografiert «Freddie» als Psychogramm eines Mannes zwischen Triumph und Trauer, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. «Freddie» ist Ode ans Leben, Requiem für ein Genie – ein in jeder Hinsicht hinreißender Abend. Der gleichwohl nie übers Ziel hinausschießt, weil Sutherlands choreografische Imagination nicht sich selbst, ...

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Tanz Juni 2023
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Dorion Weickmann

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