James Sutherland «Freddie»
Wenn die Politik sich dazu durchringt, eine Ballettkompanie nachzupolstern, grenzt das an ein Wunder und spricht dafür, dass da etwas vor sich geht, was genauerer Beobachtung bedarf. Also Ortstermin in Cottbus, wo ab kommender Saison vier zusätzliche Tänzer*innen plus zwei Elev*innen antreten werden, um das bislang achtköpfige Ensemble zu erweitern. Schon das ein Beweis dafür, dass Ballettchef Dirk Neumann eine bis dato ungekannte Tanz-Begeisterung in die Lausitz-Stadt hineingetragen hat.
Zur Premiere kommt – am Abend der King-Charles-Krönung in London – eine Hommage an den royalen Gegenentwurf und Frontmann der ikonischen Pop-Band Queen: den lebenstrunkenen, sexaffinen, bühnenexzentrischen (und privatim für seine höflichen Manieren bewunderten) Sänger Freddie Mercury. James Sutherland, bis Ende letzter Saison Tanzdirektor in Kaiserslautern (tanz 6/22), choreografiert «Freddie» als Psychogramm eines Mannes zwischen Triumph und Trauer, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. «Freddie» ist Ode ans Leben, Requiem für ein Genie – ein in jeder Hinsicht hinreißender Abend. Der gleichwohl nie übers Ziel hinausschießt, weil Sutherlands choreografische Imagination nicht sich selbst, ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Dorion Weickmann
«I imagine that when more of us begin to understand dance as a healing art, there will be a natural growth toward dance as a community art.» Das Körperwissen, das Anna Halprin (1920 – 2021) durch ihre Selbstheilung von einer Krebserkrankung und künstlerische Arbeit mit Kollektiven seit den 1970er-Jahren entwickelt hat, wird für sie zu einer Vision von Tanz als...
Carlos Maria Romero aka Atabey Mamasita, Sie sind 1979 in Kolumbien geboren, machen Kunst, leben in London und Berlin und werden künftig am Haus der Kulturen der Welt, kurz HKW, die Performativen Praktiken kuratieren, also auch Tanz. Was bedeutet Ihnen Tanz?
Schon in Kolumbien war mein Zugang zum Tanz kommunitär, demokratisch geprägt. Ich entwickelte meine eigene...
Kann eine Kamera auf der Bühne als Teil des Spiels funktionieren? Ja, wenn der Mann dahinter Henk van Dijk heißt, der Choreograf Hans van Manen und das Stück «Live» (tanz 1/21). Anders verhält es sich, wenn der Abend um einen Fotografen, eine Fotografin herum gebaut wird. Das lässt sich sowohl an der aktuellen Grand Show «Arise» im Berliner Friedrichstadtpalast...
