Blanche Neige

Graf Choreo trifft Tapferes Schneiderlein, oder: Wie Angelin Preljocaj und Jean Paul Gaultier das Handlungsballett wieder hoffähig machten. Ein Märchen à la mode..

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Das Wort «Blanche Neige» war die Zündflamme. Wie von der Spindel gestochen, schoss das Enfant terrible der Haute Couture, Jean Paul Gaultier, in die Höhe und rief aus: «Das ist es! Schneewittchen ist der Archetyp des Märchens!» So erzählt es Angelin Preljocaj. Gaultier wühlte ohnehin gerade im Märchenstoff. Prinzen und Königinnen sollten die neue Kollektion beflügeln. Das wiederum überraschte den Choreografen nicht: «In Gaultiers Kreationen schillern immer wieder Mythen durch, in Gestalt von Prinzessinnen, Feen oder Hexen. Daher hatte ich intuitiv an ihn gedacht.

Wer sonst hätte denn die Kostüme zu ‹Blanche Neige› entwerfen sollen? Aber dann kamen mir Zweifel. Er hatte ja so ausgiebig mit Régine Chopinot gearbeitet und in neuerer Zeit auch mit Madonna. Aber ich nahm mir ein Herz und rief ihn an.» Würde er also «ja» sagen? Ja, sagte er! Es funkte, und das Märchen begann.

Hundertmal nahm Gaultier den Zeichenstift in die Hand, bemalte hundert Blätter mit schwarzen Ideen, mit bunten und einer weißen für das Blanche Neige. Dann packte das tapfere Schneiderlein unter dem Eiffelturm seine Siebensachen, mitsamt Tuchballen, Spindeln, Kordeln, Knöpfen, und lud alles auf sein Wägelein und ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Mode, Seite 14
von Thomas Hahn

Vergriffen
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