Brief aus Kolkata
Das Rotlicht-Viertel Kalighat befindet sich mitten in der 15-Millionen-Stadt Kolkata im indischen Bundesstaat Bengalen. Es ist ein Slum, in dem etwa eintausend Frauen mit ihren Kindern zusammenleben. Man sieht die Kinder auf den Dächern. Vergnügt lassen sie Drachen steigen. Die Realität ist: Ihre Mütter liegen unterdessen in den armseligen Hütten mit einem Freier im Bett. Grausam ist, dass sich die Kleinsten, während die Mütter sich prostituieren, unter dem Bett verstecken und keinen Mucks von sich geben.
Diese Situation prangerte schon die Regisseurin Myra Nair in ihrem berühmten Film «Salaam Bombay» an. Damals, 1988, schwappte eine Welle der Empörung durch Indien. An der Lage der Frauen und Kinder änderte sie wenig. Ihre Väter kennen die Kinder und Jugendlichen nicht, die meisten sind drogenabhängig, viele stammen aus der untersten Kaste der Dalits, der «Unberührbaren». Mit Drogen gefügig gemacht, steigt die Zahl der HIV-Infizierten ständig.
Es ist eine geschlossene Welt, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Die Kinder werden selber Prostituierte und Dealer. Im aktuellen Dokumentarfilm «Born into Brothels» von Zana Briski und Ross Kauffman sieht man zum ersten Mal, wie die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine Kritikerin vermisste bei ihm einen «roten Faden». «Wieso roter Faden?», wunderte sich Anthony Rizzi, «es gibt nur diesen einen roten Faden: von der Geburt» – er rammt eine Hand vor sich in die Luft – «bis zum Tod.» Die andere Hand markiert den Schlusspunkt nicht weit davon entfernt. Die Hand zieht noch mal über die Strecke, formt einen Raum. In dieser kleinen...
Was schon die kleine Meerjungfrau nervte, kann bei Tänzern nur zur Behinderung werden: Vier liegen am Boden, die Beine zusammengepresst wie Fischschwänze. Da ist nichts mehr mit leichtfüßigen Sprüngen, nur noch krakendes Gewinde. Einen wollen die Füße nicht tragen, die Wirbelsäule richtet ihn nicht auf, sein Leib gerät aus den Fugen. Später wird eine Tänzerin mit...
Das Grösste
Festival findet ab dem 6. Januar in The Place in London statt Jede Nacht Tanz, Tanz, Tanz. In «Resolution!» sind es mehr als einhundert britische Kompanien, die sich bis zum 21. Februar den Tanzboden teilen. Parallel dazu gibt es «Aerowaves», Europas fein vorsortierter Nachwuchs – er ist immer freitags und samstags dran. Wenn man ihn verpasst, fährt man...
