Brief aus Kolkata
Das Rotlicht-Viertel Kalighat befindet sich mitten in der 15-Millionen-Stadt Kolkata im indischen Bundesstaat Bengalen. Es ist ein Slum, in dem etwa eintausend Frauen mit ihren Kindern zusammenleben. Man sieht die Kinder auf den Dächern. Vergnügt lassen sie Drachen steigen. Die Realität ist: Ihre Mütter liegen unterdessen in den armseligen Hütten mit einem Freier im Bett. Grausam ist, dass sich die Kleinsten, während die Mütter sich prostituieren, unter dem Bett verstecken und keinen Mucks von sich geben.
Diese Situation prangerte schon die Regisseurin Myra Nair in ihrem berühmten Film «Salaam Bombay» an. Damals, 1988, schwappte eine Welle der Empörung durch Indien. An der Lage der Frauen und Kinder änderte sie wenig. Ihre Väter kennen die Kinder und Jugendlichen nicht, die meisten sind drogenabhängig, viele stammen aus der untersten Kaste der Dalits, der «Unberührbaren». Mit Drogen gefügig gemacht, steigt die Zahl der HIV-Infizierten ständig.
Es ist eine geschlossene Welt, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Die Kinder werden selber Prostituierte und Dealer. Im aktuellen Dokumentarfilm «Born into Brothels» von Zana Briski und Ross Kauffman sieht man zum ersten Mal, wie die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Wer eine Zukunft haben will», sagt Berndt Schmidt, «muss erst einmal in der Gegenwart ankommen». Als der Intendant des Berliner Friedrichstadtpalasts im November 2007 sein Amt antrat, agierte das Ensemble – ein Ballett mit weithin berühmter Girlreihe und Live-Orchester – oft vor schwach besuchtem Haus. Innerhalb weniger Jahre hatte sich die Auslastung der knapp...
Jean Paul Gaultier, Ihre aktuelle Kollektion ist also tatsächlich von der Arbeit zu «Blanche Neige» beeinflusst? Mir geisterte ja ständig der Name Angelin Preljocaj durch den Kopf. Endet das nicht wie «cage» (Käfig)? Plötzlich war meine Winterkollektion voller...
Im östlichsten Zipfel der Republik geben sie Opern mit polnischen Übertiteln. Am Theater Görlitz, fünf Minuten von Polen und eine Fahrradtour von Tschechien entfernt, leitet Gundula Peuthert ihr kleines Tanzensemble: gerade einmal acht Tänzer, darunter ein Tscheche, zwei Polen und ein Brasilianer – überraschend deutschsprachig diese Tanztruppe. Jetzt, in...
