berlin: primera carta de san pablo
Den Titel von Angélica Liddells Performance, die zuletzt im Frankfurter Mousonturm gastierte, kann man sich nicht merken, den muss man aufschreiben: «Primera carta de San Pablo a los Corintios. Cantata BWV 4, Christ lag in Todesbanden. Oh, Charles!». Es ist der dritte Teil ihres «Auferstehungs-Zyklus». Es geht um Hände. Hände haben mit Oberflächen zu tun und mit Begegnung. Die Bühne bedeckt ein rotsamtenes Tuch, das wirkt wie hingegossen. Die Farbe erinnert an Blut oder an Theater.
An der Rückseite prangt Tizians Gemälde «Venus von Urbino»: Ein Bett, darin eine Frau, helle Haut, die linke Hand auf der Scham. Ein Hündchen ruht sich zu Venus‘ Füßen aus. Sie schaut den Betrachter an. Erst am Ende der Performance gibt es nackte Frau auch auf der Bühne, dann gleich fünffach und kahl. Angélica Liddell selber bleibt züchtig bekleidet, lässt per Sprache die Hüllen fallen, entäußert die Figur, die sie als Schauspielerin verkörpert
Der stumme nackte Mann, der zuweilen erscheint, trägt goldene Haut. Eine putzige Mischung aus Putte und Jesus. Er bringt Liddell einen Koffer, Sorte Parteispende. Die Schätze darin, einen Kelch und ein weißes Tüchlein, fasst sie vorsichtig an. Manchmal fingert ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 39
von Melanie Suchy
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