Backlights 1/26
Mainz
Rafaële Giovanola «GRAVITY»
Wenn Weltbilder kollabieren, Sicherheiten wegbrechen, und man als politischer Beobachter den Boden unter den Füßen verlieren kann, gewinnt ein Abend über Fall und Sturz metaphorische Kraft. In Rafaële Giovanolas Mainzer «Gravity» zwingt Schwerkraft den Menschen immer wieder zu Boden – da mag die Compagnie von tanzmainz in ihren Kapuzenpullis anfangs noch so sehr wie eine gefährliche Gang wirken, unbesiegbar ist hier niemand. 36 Beine sind im Spiel, und immer versagen einige oder gleich alle.
Da knicken Knie ein, Körper kippen. Die Choreografin dekliniert auf einer Arenabühne diverse Spielarten des Stolperns durch, alle rennen und rollen rückwärts, rutschen über den Boden, als würden sie aus dem Saal gesaugt. Und der Beat von Tiago Cerqueira erzeugt einen Sog, der mitreißt und peinigt. Das steigert sich in einen Bewegungsrausch und kommt zwischen Anspannung und Lethargie immer wieder zur Ruhe. Während der Einzelne leicht aus der Bahn geworfen wird, bietet die Gruppe Halt. Das erinnert an Ringen oder Rugby, wobei der Sport im Pulk auch eine Schlachtszene sein kann. Die Botschaft mag lauten: aufmerksam bleiben, immer wieder aufstehen. Stefan Benz
Wied ...
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Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 50
von
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