Angelin Preljocaj, Stijn Celis, Diego Tortelli «IKONEN»
Igor Strawinskys Tanzkantate «Les Noces» mit ihrer archaischen Urgewalt ist der Ausgangspunkt von Angelin Preljocajs gleichnamiger Choreografie von 1989, die eine russische Bauernhochzeit neu deutet als Inbesitznahme der Frau durch Zwangsverheiratung. Die Energie der perkussiv hämmernden Musik pulsiert durch die Körper und die weiten, raumgreifenden Bewegungen der erstklassigen Tänzerinnen und Tänzer der Saarbrücker Compagnie, die Begegnung und Kampf der Geschlechter lebendig werden lassen.
Vor einer Videoinstallation von Michael Koob, die auf dem Gemälde «Altes Welt-Bild» des saarländischen Künstlers Till Neu beruht, entfalten sich zu «Saa magni», dem bekanntesten Lied der westafrikanischen Sängerin Oumou Sangaré, sowie zu Philip Glass’ «Paul is Dying» und «Serra Pelada» afrikanische Rituale. Eine Sängerin inszeniert ihren Körper als Klangraum, ein Gebetsritual um einen bunt bedruckten Teppich wird als Teil alter afrikanischer Traditionen von drei weißgekleideten Tänzern zitiert. Ihre rhythmischen und zugleich organisch fließenden Bewegungen zeugen von einer starken Bindung der Menschen zu der sie umgebenden Natur, die für sie belebt ist, wie die wiederkehrenden Natur- und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Konstanze Führlbeck
Mainz
Rafaële Giovanola «GRAVITY»
Wenn Weltbilder kollabieren, Sicherheiten wegbrechen, und man als politischer Beobachter den Boden unter den Füßen verlieren kann, gewinnt ein Abend über Fall und Sturz metaphorische Kraft. In Rafaële Giovanolas Mainzer «Gravity» zwingt Schwerkraft den Menschen immer wieder zu Boden – da mag die Compagnie von tanzmainz in ihren...
Nebelschwaden ziehen flach über den kreisrunden, schwarz-spiegelnden Boden, schon bald werden sie verwirbelt von einem primatenähnlichen Wesen – ein Performer in grauem Oversize-Hoodie, die Arme verlängert, sodass er sich auf allen vieren fortbewegt. Ein zweites Wesen gesellt sich dazu, dann die ersten beiden Läufer*innen, bis schließlich alle vier Performer*innen...
Auch zum neuen Jahr gehen Ihre Wünsche noch in Erfüllung – ab sofort erscheinen die Magazine des Theater-Verlags Friedrich Berlin GmbH in einem neuen Format. Genau wie «Theater heute», «Opernwelt» und «Bühnentechnische Rundschau» wechselt auch tanz auf die handlichere DIN-A4-Größe. Damit reagieren Verlag und Redaktionen auf die zahlreichen Rückmeldungen ihrer...
