Angelin Preljocaj, Stijn Celis, Diego Tortelli «IKONEN»
Igor Strawinskys Tanzkantate «Les Noces» mit ihrer archaischen Urgewalt ist der Ausgangspunkt von Angelin Preljocajs gleichnamiger Choreografie von 1989, die eine russische Bauernhochzeit neu deutet als Inbesitznahme der Frau durch Zwangsverheiratung. Die Energie der perkussiv hämmernden Musik pulsiert durch die Körper und die weiten, raumgreifenden Bewegungen der erstklassigen Tänzerinnen und Tänzer der Saarbrücker Compagnie, die Begegnung und Kampf der Geschlechter lebendig werden lassen.
Vor einer Videoinstallation von Michael Koob, die auf dem Gemälde «Altes Welt-Bild» des saarländischen Künstlers Till Neu beruht, entfalten sich zu «Saa magni», dem bekanntesten Lied der westafrikanischen Sängerin Oumou Sangaré, sowie zu Philip Glass’ «Paul is Dying» und «Serra Pelada» afrikanische Rituale. Eine Sängerin inszeniert ihren Körper als Klangraum, ein Gebetsritual um einen bunt bedruckten Teppich wird als Teil alter afrikanischer Traditionen von drei weißgekleideten Tänzern zitiert. Ihre rhythmischen und zugleich organisch fließenden Bewegungen zeugen von einer starken Bindung der Menschen zu der sie umgebenden Natur, die für sie belebt ist, wie die wiederkehrenden Natur- und ...
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Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Konstanze Führlbeck
Feinstes Pläsier und handfeste Politik – zu Habsburger Zeiten gingen sie auf den kaiserlichen Bällen Wiens Hand in Hand, nach strikten Regeln, versteht sich. Imperialismus, das ist das Streben nach Macht und Einfluss, über die eigenen Grenzen hinweg, das Erobern neuer Gebiete und Ressourcen. Was nun bei Sidi Larbi Cherkaouis «Bal impérial» stattfindet, uraufgeführt...
Wer Dessau sagt, meint Bauhaus – insofern kein Wunder, dass sich auch das Ballett des Anhaltischen Theaters an den Hundertjahrfeiern beteiligt, die noch 2026 an die Umsiedlung der ursprünglich in Weimar ansässigen Design-Schule erinnern. Freilich lässt sich aus diesem Anlass und allemal angesichts der gegenwärtigen Politverwerfungen nicht irgendein Spektakel auf...
Ralf Dörnen, Sie waren Solist bei John Neumeier in Hamburg, leiten seit 1997 das Ballett Vorpommern mit derzeit 13 Tänzerinnen und Tänzern – welche Veränderungen nehmen Sie wahr?
Die Entwicklung ist komplex, und natürlich weiß ich, dass der Beruf sehr hart ist. Wir hatten einen unglaublichen Druck in Hamburg, was zumindest mir meistens gutgetan hat – weil ich...
