Aus Bangkok
In Bangkok fahren keine Rikschas mehr. Der alltägliche Stau findet in klimatisierten Limousinen statt. Die letzten Orte wahrhaft tropischer Erfahrung in Thailands Metropole sind in den 64. Stock verbannt, ins wohl höchste Open-Air-Restaurant der Welt. In der lauen Nacht überschaut man bei Kerzenschein, französischem Rotwein und australischem Edelsteak eine Stadt, aus der so «exotische» Künstler stammen wie Pichet Klunchun.
Er ist ein wunderbarer Tänzer, der in Europa gerade mit «Pichet Klunchun and Myself» dem großen französischen Tanzsemiotiker Jérôme Bel zeigt, wie man Khon tanzt: das Tanzdrama aus Thailand, das auf den indischen Epos des Ramajana zurückgeht.
Erzählt wird vom Krieg des königlichen Prinzen Rama mit dem Affengott Hanuman und seinen Affenkriegern. Halb Schöpfungsmythos, halb Tragödie, sind den Göttern die Hände gebunden. Shiva kann die Welt zerstören, aber nicht retten. Vishnu kann die Welt retten, aber nicht erschaffen. Brahma kann die Welt erschaffen, aber nicht zerstören. In der getanzten Schlacht aller an Menschen, Geister und Tiere weiter gereichten göttlichen Interessen sind die Giganten, Krieger und Dämonen durch klassische Stereotypen festgelegt. Masken ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
heißt das Motto auf dem Tanzkongress in Berlin vom 20. bis zum 23. April. Theorie und Praxis wollen sich nah kommen. In kaum einer anderen Kunstform scheint dieses Bedürfnis größer zu sein. Und notwendiger. Es müssen Nährstoffe für eine Annäherung her. Zwischen Tänzer und Tanzprofessorin. Hier theoretisiert die Akademie die Wahrnehmung von Bewegung. Dort greift die...
Kaum Licht, der Boden schwarz, von feucht schimmerndem Torf bedeckt. Auf einem leuchtend roten Tuch eine Frau. Dann das Ensemble, das sich umgehend in zwei Gruppen spaltet: Frauen in kurzen durchsichtigen Kleidern, die sie immer wieder ruckartig hochschlagen und sich dabei entblößen, Männer in langen schwarzen Hosen. Der Raum vibriert vor Spannung, die in...
The day after St Valentine’s Day, Charlotte Engelkes’ flat is brimming over with bouquets of various shapes and sizes: the perfect setting for La Engelkes, whose finely boned face, slender body and long dark hair give her the poetic aura of a Muse of famous men. In reality, the flowers are in different stages of decay and emitting a strange smell. We are sitting in...
