Wo bleiben die Künstler?
Dass die Wissenschaft nicht mehr nach metaphysischem Sinn, sondern nach der Erfahrung der Zuschauer sucht, erscheint als Fortschritt. Wo der Abschied vom Werk des Tanzes, etwa durch rekonstruierbare Notationen und ihrer Interpretation nach dem Muster der Musikwissenschaft infrage gestellt wird, beginnt hier vielleicht eine neue Ära der «Wissenskultur»: als Anerkenntnis, dass es neben der akademischen Wissenschaft auch eine andere Wissensvermittlung gibt, eben die traditionelle der körperlichen Erfahrung.
Denn Wissenstransfer im Tanz geschieht ganz praktisch als ein Weitervererben von Körperwissen unmittelbar an der Ballettstange und im Probenraum.
Erfahrung, heißt es noch stringenter, ist nur körperlich ermessbar. Eine theoretische Aneignung von Tanz bleibt dagegen zwangsläufig Papier. Darum gerät die «Theorie» immer wieder in Verdacht, nur im Zuschauerraum dämmernd die Tanzkunst anzusehen (Theorie als eine Kunst zu sehen, zu verstehen, vergleichen zu können), um hieraus ihre Thesen zu formulieren. Natürlich einfühlsame, verständnisvolle, die letztlich immer «solidarische» Thesen sind, die auf Kongressen vorgetragen die Wichtigkeit des Tanzes feiern. Oder die seiner Inspiration ...
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In der knappen Stunde entwickelt sich eine Beziehung, die ihre sprachliche Begrenztheit überwindet. Christina Ciupke, Choreografin aus Berlin, hat sich noch nie mit einer schieren Selbstverständlichkeit zufrieden gegeben, und der Blick auf den eigenen Körper stellte mehr als die persönliche Wahrnehmung infrage. Auch bei Subtitles, einem choreografischen Dialog mit...
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