Aurora del Mori
Die italienische Fraktion im Stuttgarter Ballett ist zahlenmäßig und auch choreografisch stark. Aurora de Mori gab gleich in ihrer ersten Spielzeit – 2015 war sie als Elevin von der Cranko-Schule gekommen – bei einem Noverre-Abend ihr Debüt als Choreografin. Und wer jüngst in einer Privatgalerie das nunmehr elfte Stück der Gruppentänzerin gesehen hat, freut sich auf weitere Begegnungen mit ihrem überraschend frischen Blick aufs Ballett.
«Unrevealed in lunar maria» heißt ihr Duett für zwei Kolleginnen, inspiriert hat sie die in der Ausstellung präsenten Arbeiten von vier Kunststudenten. Die Mondmeere, auf die der Titel anspielt, nimmt Aurora de Mori als Sinnbild für die unlösbaren Rätsel, die Menschen schon immer faszinieren. In der Begegnung zweier Frauen gelingt es ihr, den kleinen Galerieraum mit ausgreifenden Gesten zu öffnen und den Tanz als Grenzen überwindende, nahbare Kunst zu zeigen. Die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst hat die Choreografin von ihrem ersten Duett an gesucht, von der zahlenmäßigen Dominanz männlicher Kollegen ließ sie sich nie nervös machen. «Wir sollten alle Chancen nutzen und uns nicht selbst unter Druck setzen, dass etwas erfolgreich sein muss», ...
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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: Wegweisend, Seite 148
von Andrea Kachelrieß
Als Julia zum Ball schreiten will, stolpert sie schon auf der Treppe. Nein, tanzen kann diese Julia nicht. Und der Kraftprotz von einem Grafen Paris lässt ihr erst recht die Glieder gefrieren. Da trifft sie auf Romeo und wird in seinen Armen zum Schmetterling. Der schwebt und tanzt und flattert – und torkelt sich schließlich in den Scheintod. Als aber Romeo kalt...
Er konnte sich bisher nicht zu Wort melden. Dabei hatte er sich sein würdevoll gealtertes Leben lang nichts zu Schulden kommen lassen. Der Dackel Gustav, der die Erlaubnis hat, seinem Herren Marco Goecke in jeden Ballettsaal zu folgen. Längst tut er das gehbehindert in einer Tragetasche, auch um die Entsorgung seiner natürlichen Bedürfnisse kann er sich nicht mehr...
Ob die drei sich jemals getroffen haben? Im November 1972 gastierte Pina Bausch mit Tänzern des Folkwang-Balletts bei einer der «Junge Choreografen»-Matineen in Stuttgart, eingeladen von Fritz Höver, der sich als Leiter der Noverre-Gesellschaft immer für die neuesten Entwicklungen interessierte. Sie zeigte «Im Wind der Zeit» und «Aktionen für Tänzer», sicher saß...
