Aurélia Dupont - Vorbild

Was macht einen Star aus? Dass die Leute seinetwegen ins Theater strömen, die Werbebranche mit lukrativen Verträgen anklopft und das eigene Horoskop durchs Internet geistert? Auf Aurélie Dupont, Étoile der Pariser Oper, treffen diese Merkmale zu. Aber sie gedeihen auch in diesem Fall dank ganz bestimmter Eigenschaften: Fleiß, Ehrgeiz, Professionalität und absolutes Understatement im persönlichen Auftreten

Tanz - Logo

Die zierliche Gestalt, die das Fotoarchiv des Palais Garnier betritt, in dem sich Abzüge aus den letzten achtzig Jahren stapeln, ruft in der Besucherin sofort ein Bild wach: Duponts entwaffnende Schönheit erinnert an die ebenmäßig ernsten Züge der jungen Romy Schneider. Straff zurückgenommene dunkelblonde Haare lenken den Blick auf große, sprechende Augen und betonen das Purpurrot der Lippen, die sich hin und wieder zu einem sanften oder skeptischen Lächeln wölben.

Zwei Stunden lang bleibt Duponts Miene freundlich und doch distanziert genug, um die Begegnung als das zu charakterisieren, was sie ist – ein berufsbedingtes Gespräch, stre-ckenweise interessant für die Tänzerin, aber an einem Montag denkbar ungünstig gelegen.

Zu Wochenbeginn nämlich haben die Tänzer der Pariser Oper frei. Und Aurélie Dupont, seit 1998 zur Top-Equipe der Étoiles gehörend, hat allen Grund, lieber daheim zu bleiben. Im Mai 2008 ist Jacques geboren worden, ihr erstes Kind. Der Vater ist ein Kollege, Jérémie Bélingard, und naturgemäß sind beide Eltern in das Söhnchen vernarrt. Obwohl: «Wenn man tagaus, tagein nur mit den Kindern wäre, dann würde man sie abends vielleicht zum Fenster hi-nausbefördern.» Ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Beruf: Tänzer, Seite 20
von Dorion Weickmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Überleben - Der Nebenjob

Ami Garmon
ist zertifizierte Pilates-Trainerin.
Im Moment tourt ihr Solo «Take Me Home With You»,
sie tanzt darin selbst. Ihr Trio «Another Fucking Solo»
ist in Vorbereitung.

Maria Francesca Scaroni
arbeitet im Nebenjob als Kundenbetreuerin bei MyPhotoBook.
Seit drei Jahren entwickelt die Tänzerin und Choreografin mit Jess Curtis «The Symmetry Project» in Galerien,...

Tanzkunst

Was hat die Maniküre mit den liturgischen Ges-ten eines Bischofs gemeinsam, was soll ein Pferdedoktor mit einem Kampfpiloten gemein haben, was eine Goldschmiedin mit einem Plakatekleber? Alle lieben ihren Job. Alle üben ihn mit Hingabe aus, und alle tun es geschickt mit ihren Händen. Darum heißt das, was einst eine Kunst genannt wurde: Handwerk.

 

Pascale Houbin...

Wellness für Muskeln

Wenn hierzulande von Yoga die Rede ist, ist meist der körperorientierte Hatha-Yoga gemeint, der in zahllosen Stilrichtungen und Hybridformen gelehrt wird. Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland üben regelmäßig Yoga aus, darunter viele Tänzer. «Es war eine durchschlagende Erfahrung für mich», erzählt der ehemalige Ballett-Tänzer und heutige Yoga-Lehrer Narendra...