Michael Jackson

Der King of Pop hat aus der Musikbranche ein Tanzmedium gemacht

Tanz - Logo

Michael Jackson, das Pop gewordene Paradox, der androgyne Held der Ambivalenz. Zugleich aggressives Sexsymbol und luftgeisterhaft asexuell, ein Show-Protz und perfektionistischer Bühnenasket, der ohne Rücksicht auf die eigene Person für jeden Auftritt alle Register zieht. Der lebenslange Versuch der Synthese aller amerikanischen Widersprüche und unerreicht erfolgreich. Trotzdem? Deswegen.

 

«Doesn’t matter if you’re black or white», oder auch nicht ganz von dieser Welt: Am Anfang ein frühreifes Kind der rassenübergreifenden Massenunterhaltung aus der Motown-Schmiede, dessen schiere Niedlichkeit selbst weiße Amerikaner die (sichtbar auch bei Jackson keimende) Potenz des schwarzen Mannes ertragen ließ.

 

Dann der zerbrechliche Peter Pan, der in der Frühphase von MTV die historische Chance erkannte und ein eigenes Genre definierte. Am Ende der bleiche Schatten eines Exzentrikers, der langsam implodiert.

 

Aber seine Exzentrik hatte Tradition. Jacksons Pop war ein Echoraum für Tap dance und Minstrel-Show, für die Musicals der 1940er, 50er, 60er und das Disco-Fieber der Siebziger, für Soul und Funk in der Morgendämmerung des digitalen Zeitalters. Sein Tanzstil adaptierte den gepixelten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Das könnte Sie auch interessieren:
Seit MTV brauchen Sänger Hüftschwung


Tanz August/September 2009
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ausbilden - Die Tanzuni

Können Sie sich noch an Ihre eigene Lehrzeit erinnern? Gab es einen Lehrer, der besonders prägend für Sie war?                                                                                                  Ich kann mich an eine Lehrerin erinnern, die mir sehr viel bedeutet hat. Nicht durch den Unterricht, den sie gab. Sie hat mir vielmehr gezeigt, dass sie an...

Erste Schritte - Britta Wirthmüller

Zweifel waren schon immer ihre Begleiter. Tänzerin – das ist doch kein richtiger Beruf, flüsterten sie ihr ein, als Britta Wirthmüller mit 13 Jahren zur Bühne wollte. Eigentlich hätte sie eine Tierhandlung aufmachen oder Tierärztin werden wollen. Nach dem Abitur, als sie tatsächlich eine Ausbildung an der Palucca Schule in Dresden antrat, kamen die Zweifel erneut,...

Erste Schritte - Maria Walser

«Ist Tanz noch das, was ich will, und wie kann es weitergehen?» Maria Walser – im Ensemble der Tanzcompagnie Oldenburg – begreift ihre Frage als Chance. «Das Suchen dauert doch ein Leben lang.» Mit ihren 25 Jahren hat die intelligente und quirlig kraftvolle, darstellerisch auffallend begabte Tänzerin sich künstlerisch schon innerhalb und außerhalb des Theaters...