«Cabaret de l’Exil – Femmes Persanes»

Tanz - Logo

Bei aller Treue zum Geschlecht der Pferde und zur Voltigierkunst ist Bartabas doch ein freier, wandlungsfähiger Künstler geblieben. Seit seinen Anfängen vor nun 40 Jahren als vermeintliches Balkan-Raubein mit barbarischer Attitüde machte er lange Zeit Musiktheater verschiedenster Couleur und dann fast schon abstrakt-choreografische Avantgardekunst. Und das alles mit Pferden. Schrieb Bücher, drehte Filme. Seit 2021 widmet er sich wieder der Idee des Nomadentums, mit nun drei Stücken seiner Reihe «Cabaret de l’Exil».

Das erste widmete er der Vertreibung und den Ghettos des jüdischen Volkes, das zweite einer nomadischen Community, die allein auf der irischen Insel unterwegs ist.

Und nun überrascht dieser Bursche, dessen gesamte Sanftheit den Pferden zu gelten schien, mit einer Hommage an die Weiblichkeit, einer rebellischen natürlich. «Femmes Persanes» macht aus den Balanceakten auf Pferderücken ein Manifest für Freiheit und Gleichheit, wo der Galopp die Grundlage für ausschließlich weibliche Husarenstücke ist, während die Männer als Witzfiguren durch die Manege ziehen und skurrile Mullahs darstellen. Wo derart feministisches Gedankengut Einzug hält, ist es kein Zufall, dass die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2024
Rubrik: Report, Seite 62
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Vereint

Zweieinhalb Stunden danach. Auf dem Weg zum Bahnhof, beschwingt von der Durchlaufprobe des Hessischen Staatsballetts, vom Gespräch mit dem Choreografen Ohad Naharin am Staatstheater Darmstadt. Zweieinhalb Tage später. Alles steht infrage. Jede Antwort. Jede Aussage. Im Morgengrauen des 7. Oktober haben Terroristen der islamistischen Hamas aus Israel ein...

Screening 1/24

LOÏE FULLER – TÄNZERIN DES LICHTS
Dass Loïe Fuller (1862 – 1928) eine der Wegbereiterinnen des modernen Tanzes war, ist bekannt. Dass die US-Amerikanerin mit ihrer offen ausgelebten Homosexualität eine frühe Aktivistin für LGBTIQ-Rechte war, weiß man auch. Aber dass Fuller auch in technischen und juristischen Fragen Pionierleistungen vollbrachte, geht ein wenig...

Bobbi Jene Smith «Marie und Pierre»

Adolphe Binder, Basels neue Tanzdirektorin, hat von jeher ein Händchen für Zukunftsgestaltung. So hievte sie GöteborgsOperans Danskompani auf internationales Niveau, holte danach Alan Lucien Øyen und Dimitris Papaioannou nach Wuppertal, auf dass sie dem verwaisten Tanztheater choreografische Frischluft zufächelten. Auch wenn dieses Kapitel ihrer Laufbahn vor...