Assaf, Behr, Barros, Siegal «exklusiv4»
Roy Assaf mag es bizarr, skurril, ironisch. Als der Abend beginnt, schickt er Yi Yu auf die Bühne, in Goldlatex, in knallbunten Socken, und lässt ihn reden: Tanz? Völlig nutzlos! Braucht kein Mensch! Das bringt die ersten Lacher, unsicher noch, aber schon laut. Sekundenkurz rumpeln ein paar Taktfetzen aus «Wir machen durch bis morgen früh» dazwischen, von der Munich Beerfest Band, wie aus Versehen. Die Lacher festigen sich. Ohad Fabrizio Caspi kommt rein, auch er in Goldlatex, in knallbunten Socken.
Und dann beginnt sie, die Nachhilfestunde, herrlich witzig, göttlich schräg: «This is dance!» Sekundenkurze Pose. «THIS is dance!» Sekundenkurze Pose. «Is this dance?» «Is THIS dance?» Pose, Pose, Pose. Mal Ballett, mal Disco, mal Stripclub, teils zur deutschen Nationalhymne. Augenzwinkernd ist das, überspitzt, verschroben. So, heißt es irgendwann, jetzt ist gleich Schluss, aber vorher kann das Publikum doch eben kurz aufstehen. Einen Atemzug später ist dann tatsächlich Schluss. Und weil das Publikum ja schon steht, gibt es Standing Ovations. Praktisch.
Dass der israelische Choreograf Assaf die Verstörung liebt, zeigt sich schon im Programmheft. Erst beschreibt er, warum auch immer, ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 31
von Harff-Peter Schönherr
Nach der Uraufführung im Oktober 2021 blieb das Echo verhalten, obwohl Choreograf, Kompanie und Gegenstand zu den absoluten Hochkarätern zählen. Zwei Monate später erklärt der gestreamte Anblick des zweistündigen «Dante Project» aus London die Funkstille. Denn Wayne McGregors Divina-Commedia-Verschnitt erinnert im Endeffekt an ein Märchen namens «Des Kaisers neue...
Es ist eine Interimslösung der besonderen Art: Die Kongresshalle des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes wird für einige Jahre zum Spielort und zur Arbeitsstätte für die Beschäftigten des Staatstheaters Nürnberg. Denn das marode, im Jahr 1905 eröffnete Opernhaus am Richard-Wagner-Platz muss generalsaniert werden. Die Kombination aus Interim und...
Brügge
MYSTERY SONATAS
Oft lassen sich die Choreografien von Anne Teresa De Keersmaeker über die jeweils verwendete Musik erfassen. Ihre neueste Arbeit entsteht zu den «Mysterien-Sonaten» des böhmischen Barockkomponisten Heinrich Ignaz Franz Biber, der vor allem durch den Einsatz der skordierten, also ungewöhnlich gestimmten Violine bekannt ist. Wie schon bei ihren...
