Erna Ómarsdóttir «Orpheus + Eurydike»
Für ihre Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg riet die isländische Regisseurin, Choreografin und Tänzerin Erna Ómarsdóttir der Dramaturgin Tamina Theiß: «You have to put your brain away.» Klingt eher nach dem Titel eines Popsongs, bei dem man lieber dem Sound als dem Inhalt trauen sollte. Und so funktioniert denn auch das Ergebnis, «Orpheus + Eurydike», zur Premiere im Kleinen Haus des Theater Freiburg.
Das Produktionsteam um Ómarsdóttir nennt die Begegnung von sechs Mitgliedern des Freiburger Schauspielensembles und mit vier Akteur*innen der Iceland Dance Company ein Borderline-Musical. Auch dieses Label muss man nicht wirklich ergründen, sondern eher als Hinweis lesen, welchen Teil des Hirns man in den folgenden knapp zweieinhalb Stunden beiseitelegen sollte: den, der distinktes Schauspiel und/ oder Tanz erwartet.
Der Abend beginnt mit leichtem Bodennebel, in den die Akteur*innen nach und nach ihre Zutaten für einen zünftigen Mythos rühren. Anfangs versucht man noch dem zu folgen, was sie über Götter und Helden erzählen, aber je mehr sich die Stimmen überlagern, desto klarer wird, dass es eher ums Wabern geht als um stringente Aussagen, Positionen und Formen. Wer am Mikro ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: Kalender, Seite 30
von Jürgen Reuss
WALK!
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