Auf Los

Johannes Wieland war 15 Jahre lang Tanzdirektor in Kassel – und arbeitet jetzt wieder frei. Ein Gespräch mit Falk Schreiber über enge Strukturen am Staatstheater, finanzielle Unsicherheit und die sogenannte Provinz

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Johannes Wieland, was machen Sie gerade? 
Eigentlich mache ich genau das gleiche, was ich die letzten 40 Jahre gemacht habe – ich mache Stücke, jetzt freiberuflich, und ich kuratiere das Tanzfestival «b12» in Berlin. Bevor ich 2006 Tanzdirektor am Staatstheater Kassel wurde, habe ich ja auch freiberuflich gearbeitet, und auch in Kassel hatte ich mir vertraglich zusichern lassen, dass ich weiter frei nebenbei arbeiten kann. Insofern hat sich nicht so viel geändert. So ein typischer Staatstheaterdirektor, das war ich auch gar nicht.

Was ist denn ein typischer Staatstheaterdirektor?
Ich finde diese Struktur am Staatstheater zum einen natürlich sehr hilfreich, was die Produktion angeht. Im Großen und Ganzen ermöglichen solche Strukturen eine ungeheure Bandbreite an Möglichkeiten, das Orchester, aber auch technisch kann man ganz viel machen, was man als Freiberufler eher selten in dem Umfang macht. Aber auf der anderen Seite sind diese Strukturen eher an alte Strukturen angelehnt, nämlich an Ballettstrukturen. Und wenn man zeitgenössischer Choreograf ist, dann eckt man an allen möglichen Sachen an, die man erstmal aus dem Weg räumen muss. Was mir auch zum Teil gelungen ist. Beim ...

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Tanz Juli 2023
Rubrik: Leadership, Seite 60
von

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