Anouk van Dijks «Countertechnique»
Man braucht die richtigen Werkzeuge, sagt Anouk van Dijk, wenn man die Kunstform weiterentwickeln will. Folgerichtig hat die Choreografin über fünfzehn Jahre ihre «Countertechnique» ausgefeilt. Nicht, wie oft, bloß individuelles Vokabular, dessen Vermittlung eigentlich dazu dient, eine spezifische Ästhetik zu verbreiten. Van Dijks Technik ist Grammatik – vor allem Arbeitsmittel zum Zweck.
Die Besonderheit: Entgegen der Mehrheitsmeinung im Tanz, dass Bewegung am besten «aus der Mitte» kommen solle, steht bei der «Countertechnique» das Zentrum nicht im Zentrum. «Irgendwann», sagt van Dijk, «habe ich begriffen, dass ich, um die Balance zu halten, mich nicht auf mein Becken konzentrieren kann» – den schwersten Knochen, den wir haben. «Ich habe stattdessen verschiedene Körperteile in entgegengesetzte Richtungen bewegt. Man arbeitet viel dynamischer und braucht viel weniger Muskelkraft.» Außerdem verletzten sich ihre Tänzer weniger, seit sie mit der «Countertechnique» trainierten. «Umzulernen kostet allerdings ein bisschen Mut.» Welcher Tänzer fällt schon gerne um? Bis die alten Gewohnheiten besiegt sind, lässt sich das nicht vermeiden.
Ziel ihrer Methode ist es, eine klare Verbindung ...
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