Andris Plucis «Licht! – eine tänzerische Sehreise»
Andris Plucis ist viel herumgekommen in seinem Leben. 1959 in Zürich als Sohn lettischer Eltern geboren, erhielt er seine Ausbildung in Wien und London, bevor er in Bonn eine Tänzerkarriere startete, die ihn später zu Egon Madsen und William Forsythe ans Frankfurter Ballett führte.
Zeitweise in Gießen, Würzburg, Darmstadt, Coburg und Ulm als verantwortlicher Choreograf, lebt und arbeitet er seit 2009 in Eisenach – und das in vielfacher Funktion: Plucis ist nicht nur Ballettdirektor und Chefchoreograf; seit vier Jahren fungiert er auch als Künstlerischer Leiter eines Landestheaters, das inzwischen mehr oder weniger zu einem Tanzhaus geworden ist, nachdem zu Gunsten einer Kooperative mit dem Staatstheater Meiningen inzwischen nahezu alle anderen Sparten weggespart worden sind. Dass in Eisenach nicht noch weiter Raubbau am Theater getrieben wird, sucht Plucis inzwischen politisch zu verhindern: Als Fraktionsmitglied der Linken kann er im Stadtrat bei allen Entscheidungen ein Wörtchen mitreden.
Plucis weiß, was Sache ist, und wenn er wie jetzt unter dem Titel «LICHT» seine Zuschauer auf eine «tänzerische Sehreise» schickt, dann nicht zuletzt in der Hoffnung, dass sich die bewegten ...
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Tanz 6 2022
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Hartmut Regitz
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