Am Limit
Holger Bergmann steht an einem Zaun. Der umfriedet ein Stück Nichts: platten Boden, feines Geröll. «Schreiben Sie das nicht», sagt der Leiter des Festivals «Favoriten» dem Häuflein Journalisten, das ihn umringt. Denn das Festival soll im Herbst 2016 an genau dieser Stelle in Dortmund steigen und ringsum im Unionsviertel – «wir werden hier ein Loch reinschneiden.»
Damien Jalet steht auf einem Bürgersteig, mitten in Paris. Auf der anderen Seite der Rue de Charonne sieht er fröhliche Menschen in einem Café.
Der Choreograf sieht auch das schwarze Auto, das gefahren kommt und anhält, er sieht dem Mann, der aussteigt, eine Kalaschnikow trägt und lächelt, sogar in die Augen. Zwei Sekunden später wird sein Leben zerrissen sein in ein Vorher und ein Nachher: «vor und nach dem 13. November». Die beiden Männer haben überhaupt nichts miteinander zu tun.
Bergmann beschreibt auf der Hinterseite des Gebäudes namens «U», der ehemaligen Unions-Brauerei, jetzt «Zentrum für Kunst und Kreativität», in welche Räume er Aufführungen und Treffpunkte des Festivals verteilen wird, etwa in den Souterrain-Saal des «U», in ein Seniorenheim, in die Aula der Berufsschule. Was, wie er sagt, übrigens auch auf die ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Politik: Unter Spannung, Seite 44
von Melanie Suchy
Die Belgierin spannt Shakespeare und Brian Eno zusammen, Tanz und Museum – und feiert Triumphe, selbst an der Pariser Oper. Weil sie einer der klügsten und eigensinnigsten Köpfe der internationalen Szene ist
Keine Überraschung, dass die Kunst dieser Choreografin einmal mehr Kritiker wie Zuschauer überzeugt hat, denn Anne Teresa De Keersmaeker tritt einfach nie auf...
heißt die einzig legitime Nachfolgerin von Valeska Gert. Vielleicht kennt sie Gert nicht, denn Freitas kommt von den Kapverdischen Inseln. Aber sie kennt den Karneval ihrer Heimat, und der ist absolut «gertissimo». Freitas inspiriert sich an seinen grotesken Grimassen, Gesten und Gliedern. Und vergrößert sie ins Unheimliche. In ihrem Solo «Guintche» verwandelt sie...
«Ich möchte Wege finden, den Körper auf der Bühne weniger subjektiv darzustellen.» Unter diesem Motto choreografiert der in zeitgenössischem Tanz und interkultureller Kommunikation ausgebildete Alfredo Zinola Stücke mit Seltenheitswert: Sie richten sich an Kinder unter sechs Jahren, ohne klassische Erzählstrukturen zu bedienen. Ein interaktiver Mix aus Bewegung,...
