Middlesex
Mit «MDLSX» hat sich Motus auf die Fahnen geschrieben, eine bewusste, wohlüberlegte und authentische Antwort auf die Frage «Was bist du?» zu formulieren, die sich Silvia Calderoni ihr ganzes Leben lang – privat und auf der Bühne – hat anhören müssen.
Die 34-jährige Performerin, Inspirationsquell und zentraler dramatischer Motor aller bisherigen größeren Motus-Produktionen, imponiert seit jeher mit ihrer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz und ihrem androgynen Körper, den sie in wilder Spontanität bewegt: Schlank, geradezu mager und doch sehnig und muskulös, wirkt Calderoni wie ein Ephebe – eine Gestalt, die seltsam zeitenthoben anmutet, wie im Schwebezustand des Werdens begriffen. «Ich lebe ausschließlich in der Gegenwart», erklärt Calderoni denn auch und definiert damit zugleich den Ausgangspunkt, den Nicolò und Casa grande für ihr neues Stück gewählt haben, das einerseits als Porträt der Solistin konzipiert ist, andererseits aber auch als extremer Ausflug an die Grenzen der Performing Arts schlechthin. Allein die radikale Ausstellung der Verwundbarkeit Calderonis zwingt das Publikum, nach Antworten auf jene Frage zu suchen, die die Italienierin im Wortsinn zu verkörpern scheint: «Jetzt, ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 78
von Silvia Poletti
wechselte 2008 vom Ballett Dortmund zur italienischen Kompanie Aterballetto, um die kreative Arbeit mit Mauro Bigonzetti kennenzulernen und in dessen Choreografien zu tanzen. Seine eigentliche Mentorin indes war die derzeitige Künstlerische Leiterin der Kompanie, Cristina Bozzolini. Sie eröffnete dem Tänzer die Möglichkeit, sich im Rahmen der kreativen Workshops...
sind ein junges weißrussisches Paar, das derzeit am Estnischen Nationalballett mit Hauptpartien betraut wird und dort unter Ballettdirektor Toomas Edur eine rasante künstlerische Entwicklung vollzogen hat. In der Tallinner Kompanie herrscht zwar kein Mangel an hervorragenden Tänzerinnen und Tänzern, doch Shkatula und Klimuk haben sich in Klassikern wie «Manon», «La...
Tanz verhandelt den Körper im Spannungsfeld von gelebter Materialität und sozio-historischem Konstrukt. Seit den früher 1990er-Jahren haben Choreografen den Dualismus von Körper/Geist hinter sich gelassen und ein prozessuales Verständnis vom Körper als einem dynamischen System wechselseitigen Austauschs entwickelt. Anders als der virtuose, unverwundbare,...
