Middlesex
Mit «MDLSX» hat sich Motus auf die Fahnen geschrieben, eine bewusste, wohlüberlegte und authentische Antwort auf die Frage «Was bist du?» zu formulieren, die sich Silvia Calderoni ihr ganzes Leben lang – privat und auf der Bühne – hat anhören müssen.
Die 34-jährige Performerin, Inspirationsquell und zentraler dramatischer Motor aller bisherigen größeren Motus-Produktionen, imponiert seit jeher mit ihrer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz und ihrem androgynen Körper, den sie in wilder Spontanität bewegt: Schlank, geradezu mager und doch sehnig und muskulös, wirkt Calderoni wie ein Ephebe – eine Gestalt, die seltsam zeitenthoben anmutet, wie im Schwebezustand des Werdens begriffen. «Ich lebe ausschließlich in der Gegenwart», erklärt Calderoni denn auch und definiert damit zugleich den Ausgangspunkt, den Nicolò und Casa grande für ihr neues Stück gewählt haben, das einerseits als Porträt der Solistin konzipiert ist, andererseits aber auch als extremer Ausflug an die Grenzen der Performing Arts schlechthin. Allein die radikale Ausstellung der Verwundbarkeit Calderonis zwingt das Publikum, nach Antworten auf jene Frage zu suchen, die die Italienierin im Wortsinn zu verkörpern scheint: «Jetzt, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 78
von Silvia Poletti
Klassik, Moderne, Zeitgenossenschaft – in seinem Repertoire war alles vertreten. Zuletzt kam Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» dazu, Krönung und Schwanengesang der Ära Ivan Liška
Noch zwei Vorstellungen von Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» (tanz 5/16) waren es während der Opernfestspiele im Juli. Es ist die...
hat ein hintergründiges, wissendes Lachen. Eben noch probte der 29-Jährige in Alexander Ekmans Choreografie «Cacti» mit Rebecca Horner an der Wiener Staatsoper, davor frischte er den Blockbuster «Don Quixote» auf. Seit 2007 ist er am Staatsballett Wien engagiert und tanzt viel Repertoire, aber auch Natalia Horecnas Kreation «Contra Clockwise Witness». «Ich bin...
weiß genau, wann die Kunst Ernst macht. Mit treffsicherem Gespür für den Moment wird ein Hundewelpe auf die Bühne gebracht, einer der Protagonistinnen in den Arm gelegt, die ihn zärtlich krault und dem Publikum präsentiert, bevor er wieder weggetragen wird. Nach absurder Selbstbespiegelung und chaotischer Tänzelei ist die Welt wieder Ordnung, der Sinn wieder...
