Die Hoffnungsträger
Unlängst schlüpfte Ida Praetorius am Kongelige Teater von Kopenhagen noch einmal in die weibliche Hauptrolle von John Neumeiers «Romeo und Julia» – die sie erstmals mit 19 Jahren innehatte, im Jahr 2013. Ungeachtet ihrer vielseitigen technischen Begabung bestach ihre damalige Interpretation nicht durch eine sonderlich persönliche Lesart. Bei der Wiederaufnahme aber zeigte sich Ida Praetorius bemerkenswert gereift.
Vor drei Jahren noch war sie jung, heute spielt sie eine junge Heldin: glücklich-beseelt zu Beginn des Dramas und schließlich von tiefer, verschatteter Verzweiflung an dessen tragischem Wendepunkt. Hochgewachsen und schlank, verfügt Praetorius über jene lyrische Präsenz, die von Ballettmeistern so geschätzt wird. Darüberhinaus veredelt sie ihr Julia-Porträt mittlerweile durch eine bestechende Körpersprache, die jeder noch so subtilen Nuance im vielschichtigen, stimmungsreichen Gefühlsleben der Figur gerecht wird.
In der jüngeren Vergangenheit förderte das Royal Danish Ballet kaum das künstlerische und spirituelle Wachstum seiner herausragendsten Tänzerinnen. Zwar bekamen die talentiertesten Ballerinen der Kompanie in ihren Jugendjahren durchaus die Gelegenheit, ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 168
von Charlotte Christensen
John Neumeier hatte einst eine, die ihm bei seinen Handlungsentwürfen, etwa für «Illusionen – wie Schwanensee», sehr geholfen hat. Das Bayerische Staatsballett konnte bis eben sogar von einem Duo (w/m) profitieren, das das Profil der Tanztruppe entscheidend geprägt hat. Martin Schläpfer weiß, dass er sich selbst bei den abstraktesten Bewegungsspielereien mit seinem...
Schön sein kann jeder Tänzer, Hässlichkeit erfordert Mut. Der Australier treibt alles bis ans Limit und gibt deshalb auch ein Monster nach Maß für Liam Scarletts «Frankenstein» am Royal Ballet in London
Er hat einen feingliedrigen, fast femininen Körperbau, einen blassen Teint, dazu rotblondes Haar. Mit seiner hohen, feinen Stimme beantwortet er kultiviert und mit...
wechselte 2008 vom Ballett Dortmund zur italienischen Kompanie Aterballetto, um die kreative Arbeit mit Mauro Bigonzetti kennenzulernen und in dessen Choreografien zu tanzen. Seine eigentliche Mentorin indes war die derzeitige Künstlerische Leiterin der Kompanie, Cristina Bozzolini. Sie eröffnete dem Tänzer die Möglichkeit, sich im Rahmen der kreativen Workshops...
