Alan Lucien Øyen
Zum jetzigen Zeitpunkt, angesichts all der Veränderungen, die rund um den Globus im Gange sind, ist es ein schwieriges Unterfangen, sich ausschließlich Gedanken um die strukturellen Veränderungen unserer Künste zu machen. Theater und Tanz sind ja im besten Falle nur ein Spiegel unserer im Wandel begriffenen Welt.
In den letzten Monaten habe ich mit Staunen beobachtet, wie unsere Kollegen und Kolleginnen weitergemacht haben – kreativ, inspiriert und dabei andere inspirierend. Mir ist das nicht gelungen.
Mehr als alles andere hat die Pandemie mich mit bestimmten Fragen konfrontiert: Was mache ich mit meinem Leben? Wann habe ich meine Träume aufgegeben? Wann habe ich angefangen, alles für selbstverständlich zu nehmen?
Nun erhoffe ich mir Veränderungen – und bin beflügelt und voller Zuversicht für uns alle, wenn ich sehe, wie eine globale Community zusammenfindet und den Wandel fordert, der überfällig ist.
Ich denke, es ist an der Zeit, das Telefon aus der Hand zu legen. Es ist Zeit für gegenseitige Berührungen. Für gegenseitiges Umarmen. Zeit, einander in die Augen zu blicken. Mehr als je zuvor. Selbst wenn es uns physisch unmöglich sein sollte: Lasst uns nach Wegen suchen, einander ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 28
von Alan Lucien Øyen
Alles bleibt in dem Zustand, in dem sich nichts befand, bevor die Corona-Krise eine Korrektur unserer Umweltwahrnehmung vornahm. So paradox es klingen mag, man muss die Katastrophen begrüßen, die uns zwingen, neu auf das Eingefahrene zu schauen. Ohne Anlass fällt es uns besonders schwer, die Strukturen, in denen wir leben und arbeiten, zu verändern.
Aus der Angst...
Beschäftigt die GöteborgsOperans Danskompani Hellseher? Als ich im letzten Herbst durch das Werbematerial der Kompanie blätterte, stieß ich auf den Titel «Virus/Love. Contagious dance». Der Doppelabend wurde gegen Ende 2019 gezeigt, und beide Stücke kamen sehr gut an. Es scheint, als hätte die Kompanie ein ausnehmend glückliches Händchen für Themen: Fast alles, was...
An einem Mittwochmorgen sitze ich um sieben Uhr mit meinem Laptop im Garten, umgeben von einem grünen Dschungel. Absolute Stille. Ein makellos blauer Himmel. Amseln und Rotkehlchen zwitschern. Zum ersten Mal seit 35 Jahren im Homeoffice erlebe ich als im Theater tätige Ehefrau und Mutter zweier Kinder fast einen ganzen Frühling vom frühen Morgen bis zum späten...
