aesoon ahn
Seit Oktober 2013 leitet Aesoon Ahn die Korea National Contemporary Dance Company (KNCDC). Ihre Mission ist klar umrissen. Sie soll der Company neuen Elan verleihen, indem sie zeitgenössische Ästhetik, Motive aus der traditionellen Kultur und die Welt von heute in Zusammenhang bringt. In ihrem ersten Stück als Hauschoreografin gelang ihr das überzeugend. «AlreadyNotYet» beschäftigt sich mit dem Übergang zwischen Leben und Tod, mit schamanischen und buddhistischen Bestattungsritualen.
Schlicht und eindringlich, frei von aller Folklore tanzen und spielen die 15 Akteure beeindruckende Szenen, die sich auch mit jüngsten Ereignissen in Verbindung bringen lassen. Die Anspielung gilt dem Fährunglück vom April, als hunderte von Schulkindern ertranken. Natürlich wurde das Stück lange vorher entwickelt, und Ahn choreografiert seit Längerem zum Thema Tod. Doch sie beweist hier einmal mehr, dass sie ein feines Gespür für Befindlichkeiten hat. Gegen Ende gibt es eine Szene, in der ein Jugendlicher in Zeitungskostüm – sozusagen gefangen im und durchdrungen vom medialen Echo der Welt und folglich deprimiert – vom Leben Abschied nimmt.
Nach dem Untergang der Sewol unternahm die südkoreanische ...
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Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 151
von Thomas Hahn
Der Choreograf Jerome Robbins war ein wohlhabender Mann und dazu noch ausnehmend generös. Schon 1958 rief er eine Stiftung ins Leben, die allerlei Leute mit Stipendien versah, aus denen Berühmtheiten wurden: etwa Paul Taylor und Twyla Tharp. Zugleich wusste Robbins, den alle Welt nur «Jerry» nannte, seinem Werk wie sich selbst ein Denkmal zu errichten: durch eine...
«Tauberbach» ist das am meisten akklamierte Stück der Saison. Der Theatertreffen-Jury, die jährlich unter zehn Aufführungen traditionell eine Tanztheaterproduktion einlädt, wird die Entscheidung diesmal sicherlich besonders leicht gefallen sein. Alain Platels jüngstes Werk wurde uraufgeführt an den Münchner Kammerspielen, einer allseits als derzeit bestes deutsches...
Eigentlich ist er Theaterregisseur, aber seine Arbeit ist so choreografisch, dass sie auch die Tanzgemeinde begeistert. Bilder aus Bewegung, Licht, verschlüsselter Handlung und beklemmender Atmosphäre. Ein verwischter Spuk wie aus einer Schreckenskammer, umstellt von Videoscreens mit Großaufnahmen von Insekten, deren aggressives Angriffssummen die Stille...
