Abgründe
Der italienische Choreograf Mauro Bigonzetti hat im Repertoire des Tschechischen Nationalballetts längst Fuß gefasst: Mit «Scheherazade» zeigt die Kompanie aktuell schon die dritte Produktion von ihm, eine Weltpremiere, eigens für das Prager Ensemble kreiert. Inspirationsquellen sind der Märchenstoff «Tausendundeine Nacht» und natürlich Rimski-Korsakows berühmte sinfonische Dichtung «Scheherazade». Außerdem hat Bigonzetti für den Prolog seines Balletts die Partitur um Rimski-Korsakows «Sinfonietta über russische Themen op. 31» erweitert.
Geschickt verbindet Dirigent Johannes Witt die beiden atmosphärisch und kompositorisch so unterschiedlichen Werke, indem er zwei kontrastierende Klangwelten heraufbeschwört: Die erste bildet der Harem, wo wir der zukünftigen Braut des Sultans, Scheherazade, sowie weiteren jungen Frauen begegnen. Ihr gemeinsames Schicksal veranschaulicht Scheherazade in einem Tanz mit Tüchern, die nicht nur als modisches Accessoire, sondern auch als praktisch handhabbare Mordwaffe vorgeführt werden. Die zweite regiert eine grausame, vom Sultan und seinem Gefolge angeführte Männerriege. Auch in dramaturgischer Hinsicht unterscheiden sich diese beiden Welten: Während ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 10
von Lucie Kocourková
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Popkultur-Tanz-Grenzgänger Damien Jalet untersucht in Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Kohei Nawa, Daft-Punk-Musiker Thomas Bangalter und 18 Tänzer*innen vom Ballett des Grand Théâtre de Genève für «Mirage» Phänomene von Luftspiegelung und Fata Morgana – und wir untersuchen mit «Mirage» von Damien Jalet
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