DOK.fest München
Es gibt Szenen in diesem Film, die sich regelrecht einbrennen. Ein junger Mann steht frontal an der Ballettstange, er hält ein Handy, spricht hinein: «Ich habe noch acht Minuten, um mich zu dehnen.» Dann sagt er nichts mehr. Hört zu. Begreift kaum, was der Vater erzählt. Es gab einen Angriff, eine Explosion: «Und dann regnete es Arme vom Himmel, Leichenteile. Vergiss mich nicht, mein Sohn.» Sie sind eng miteinander, dieser Vater und sein Sohn.
Die Mutter ist tot, der 50-jährige Vater in den Krieg gezogen: «Ich bin da, ich kämpfe – komm nicht zurück! Du bist das Beste, was wir im Leben zustande gebracht haben.» Der Sohn darf nicht sterben. Auch nicht für die Ukraine. Das Telefonat ist beendet. Der junge Mann weint. Seine Freundin legt den Arm um ihn, schirmt ihn ab. Dieses Grauen kommt ohne Drehbuchautor aus. Regie führt das Schicksal.
Miriam Guttmanns Dokumentarfilm «Front Row» verbindet scheinbar vollkommen Paradoxes: das in Den Haag ansässige United Ukrainian Ballet, den beidseitig unterschenkelamputierten Oleksandr «Teren» Budko, Handy-Bilder aus Schützengräben, von komplett zerstörten Straßenzügen in Kyiv – kurz zu sehen sind der Fotograf Rahi Rezvani und Alexei Ratmansky, der ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Medien, Seite 64
von Dorion Weickmann/Falk Schreiber
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Eine Frau im siebten Himmel? Sie öffnet eine schneeweiße Flügeltür – et voilà … Ein Meer roter Rosen ergießt sich auf die Bühne des Opernhauses von Helsinki. So in etwa muss einst auch der schwerreiche Playboy Gunter Sachs das Anwesen der Filmgöttin Brigitte Bardot bei Saint-Tropez vom Helikopter aus unter Blüten begraben haben – tempi passati. Sachs ist tot, die...
Screening
CHRISTOPHER WHEELDON
Christopher Wheeldon versteht sich nicht nur auf Shakespeare & Co, sondern auch auf die leichte Muse. Deren weltweiter Hotspot natürlich New Yorks Broadway ist, wobei auch das West End in London U-Hits in Serie produziert. In beiden Städten ist der Choreograf zuhause, demnach ist es nur folgerichtig, dass das Royal Ballet (als dessen...
