Marlene Monteiro Freitas «Ôss»
Es gibt Kompanien, die sich mixed ability auf die Fahnen schreiben und damit großen Erfolg haben. Bei Dançando com a Diferença von der portugiesischen Insel Madeira wäre eher von mixed disability zu sprechen. Sie sind «anders», aber ob körperliche Probleme, Trisomie oder sonstiges – solche Unterschiede können auf der Bühne richtig stark machen. Die Erkenntnis setzt sich inzwischen auch in Südeuropa durch. Britische Kompanien waren darin schon immer Vorreiter, und auch Truppen wie das Theater Hora aus der Schweiz oder Oiseau Mouche in Frankreich machen es seit Langem vor.
Dançando com a Diferença hat zu diesen aufgeschlossen, seit der künstlerische Leiter Henrique Amoedo begann, renommierte Choreograf*innen mit Kreationen für das Ensemble zu betrauen. «Wir tanzen nicht trotz unserer diferença, sondern mit dieser», lautet ihr Motto. Was bedeutet, aus einer sogenannten Behinderung eine Tanzpartnerin zu machen. Amoedo beauftragte zunächst die Choreografin La Ribot, mit der hoch professionellen Truppe aus Madeira ein Stück zu kreieren («Happy Island») und dann auch François Chaignaud, Tânia Carvalho, Vera Mantero und Marlene Monteiro Freitas. «Ôss» nennt letztere ihr Opus, und das ist ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Dance München, Seite 53
von Thomas Hahn
1948 schrieb George Orwell die Blaupause für alle Dystopien: «1984». Im Staat Ozeanien hat sich ein Terrorregime etabliert, es herrscht ununterbrochener Kriegszustand mit den Nachbarstaaten, Lebensmittel sind rationiert, die Bevölkerung steht unter ständiger Kontrolle. Und damit jegliches Aufbegehren gleich im Keim erstickt bleibt, wird unablässig an der Sprache...
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