Martine Dennewald leitet die «Theaterformen», die abwechselnd in Hannover und Braunschweig stattfinden. Was macht die Qualität eines Festivals aus?

Tanz - Logo

Martine Dennewald, erreicht ein Festival wie die «Theaterformen» wirklich ein anderes Publikum als herkömmliche Theater?
Ja, das weiß ich sogar relativ genau, weil es dazu Befragungen gab. Ich weiß, dass mein Publikum im Schnitt zwanzig Jahre jünger ist als das Publikum der Stadt- und Staatstheater. Ich weiß, dass wir eine große Anzahl von Menschen locken, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, und ich weiß, dass das Publikum nur selten aus Braunschweig kommt, wenn die «Theaterformen» in Hannover stattfinden, und umgekehrt.

Denn sie wechseln jährlich zwischen den beiden Städten. Die nur 70 Kilometer auseinanderliegen. Die Ignoranz erklärt sich aus historischen und sportlichen Rivalitäten, trotz Shuttle-Bus.

Liegt es vielleicht daran, dass den «Theaterformen» der angesagte Name fehlt, der für eine Saison auf möglichst vielen Festivals die Runde macht?
Sobald irgendeine Berühmtheit auftritt, höre ich im Journalismus sofort, wie fatal das für die Festivallandschaft sein soll. der Vorwurf kommt aber nie vom Publikum. Das reist nicht viel, und das gilt auch für die allermeisten Journalistinnen und Journalisten. Was das Publikum wirklich mag, das entscheidet sich stets erst am ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2019
Rubrik: , Seite 50
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Highlights 7/19

Amsterdam: Julidans

In diesem Heft finden Sie gleich zwei Höhepunkte des Festivals ausführ-licher gewürdigt: das belgische Kollektiv Peeping Tom mit der jüngsten Produktion «Kind» (siehe S. 8) und Dana Michel aus Kanada mit «Cutlass Spring» (siehe S. 40). Ihre Auftritte sind im Internationaal Theater Amsterdam, ehemals Stadsschouwburg, angesetzt. Hier versammeln...

Screening 7/19

«Schwanensee» und «Giselle»

«Schwanensee» kann man nicht oft genug sehen, schon gar nicht, wenn das Ballett ein Martin Schläpfer choreografiert hat. Wie kaum ein anderer hat der Direktor des Ballett am Rhein das Märchen aus der Musik Peter Tschaikowskys herausgehört. Und er hat es mit seinen Mitteln, wie er sagt, aus den «Körpern und Psychen» seiner Tänzerinnen...

Ausstellungen 7/19

Isadora Duncan

Wo immer sie tanzte, nahm sie das Publikum im Sturm: Ob Russland, Österreich, Großbritannien – die Amerikanerin Isadora Duncan bahnte der Tanz-moderne den Weg (s. auch S. 54), in antiken Gewändern und mit flatternden Haaren. Weltweit hat sie die unterschiedlichsten Spuren hinterlassen – gerade erst gewann der Pforzheimer Ballettdirektor Guido...