Zwischen den Welten

Eine echte Rarität: Antonio Smareglias «Nozze Istriane»

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Zweifellos gibt es mehr vergessene als bekannte Meisterwerke, das ist keine Neuigkeit. Saison für Saison erleben wir auf Bühnen und Tonträgern erstaunliche Wiederentdeckungen, die einen begeistern, verwundern und gelegentlich auch konsternieren: Wie etwa konnte Antonio Smareglias «Nozze Istriane» unter unserem Radar durchrutschen? Eigentlich hätten die Antennen doch schon vor 25 Jahren wenigstens Echos dieser lyrischen Tragödie auffangen müssen, als ein Live-Mitschnitt aus Triest erschien! Aber der Empfänger blieb stumm. Jetzt schlägt er dafür umso lauter Alarm.

Die ausgezeichnete Einspielung des Kroatischen Nationaltheaters Rijeka dürfte eine Renaissance des in Pula geborenen Komponisten einläuten, auch wenn Anamarija Knego – in der weiblichen Hauptrolle – nicht an Svetla Vassileva heranreicht, die der älteren italienischen Aufnahme luxurierenden Glanz verlieh.

Antonio Smareglia (1854–1929) fasziniert schon allein aufgrund seiner Herkunft: kroatische Mutter, italienischer Vater, deutsche Erziehung. Stilistische Vielfalt gehört also zu seiner kaum karrierfördernden Erbschaft. Er wandte sich gegen den Verismo seines Librettisten Luigi Illica und stieß die Italiener mit seiner ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 39
von Volker Tarnow

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