Zweite Natur

Ein Porträt des amerikanischen Countertenors Anthony Roth Costanzo

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Er war gerade 28 Jahre jung, als er mit New Yorks Philharmonikern einen echten Coup landete: Bei einer Aufführung von György Ligetis «Le Grand Macabre» stand er als Fürst Go-Go auf der Bühne, neben Stars wie Barbara Hannigan (Gepopo) und Eric Owens (Nekrotzar), und machte mächtig Eindruck. 2010 war das. «Selten hatte ich so viel Spaß wie mit der brillanten Musik Ligetis», erzählt Anthony Roth Costanzo. «Dabei ist sie alles andere als leicht. Ja, die Schwierigkeiten können einem wirklich zusetzen.

Wenn man das frei singen, gestalten und obendrein lustig rüberkommen möchte, muss der Körper den Rhythmus, die Töne verinnerlicht haben, und zwar Monate vor dem Auftritt. Dann wird diese Musik wie eine Art zweite Natur.» Nun wird er den schrägen Fürsten bei den Berliner Philharmonikern geben, in einer halbszenischen Einrichtung von Peter Sellars, unter der musikalischen Leitung von Simon Rattle (17., 18., 19. Februar: Philharmonie Berlin; 23., 24. Februar: Konzerthaus Dortmund; 25. Februar: Philharmonie Essen).

Schon als Kind tingelte Anthony Roth Costanzo – er wuchs in einem Professorenhaushalt in North Carolina auf – mit Broadway Shows durch die Lande. James Ivory ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von David Shengold

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