Zwei Leben
Hanako wartet. Auf Yoshio, mit dem sie einst den Fächer getauscht und für den sie ihre Lebensgrundlage als Geisha aufgegeben hat. Doch als er endlich kommt, ist er für sie nicht mehr derselbe. Auch Penelope erkennt Ulisse nicht mehr, als er nach 20 Jahren aus dem Krieg zurückkehrt. Dennoch kann er sie überzeugen, dass sie genug gemeinsame Erinnerungen teilen, um einen Neubeginn zu wagen.
Zwei Opern, die eine von Toshio Hosokawa, uraufgeführt 2004 in Aix-en-Provence, die andere von Claudio Monteverdi, erstmals gezeigt 1640 in Venedig: Es ist das Konzept des «Ja, Mai»-Festivals, zusammenzuführen, was im Hauptprogramm der Bayerischen Staatsoper nicht üppig vertreten ist, und dafür das Münchner Nationaltheater zu verlassen, das keine echte zweite Spielstätte hat, sondern nach Orten zu suchen, die vielleicht sogar ihr eigenes Publikum mitbringen.
Also sitzt man auf einer der beiden Tribünen im Haus der Kunst und schaut aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Spielfläche. Auf der einen Seite sitzt das Münchener Kammerorchester unter Leitung von Lothar Koenigs, von der anderen rollt die Eastman Company, das Tanzensemble von Sidi Larbi Cherkaoui, verschiedene Bühnenteile heran. Das ...
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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Michael Stallknecht
Übermannshohe Geschenkschachteln, die auf der Drehbühne kreisen, zum Wohnzimmer mutieren, zum Badezimmer, adligen Salon, unentwirrbaren Straßengeflecht. Wenn Fadinard bloß wüsste, in welcher dieser verdammte Florentiner Hut steckt! Der Hut einer nicht allzu ehrbaren Dame, den sein Pferd gefressen hat, ausgerechnet am Morgen des ersehnten Hochzeitstags. Weshalb ihm...
Entgegen der Erwartung lässt Regisseur Julien Chavaz Alices Reise durch das Wunderland (hier könnte das Stück auch «Alices Reise durch die bunt-psychedelische Wunderwelt» heißen) im Orchestergraben neben Dirigent Jérôme Kuhn beginnen. In einem rasanten Tempo – Komponist Gerald Barry verbindet in nur knapp 60 Minuten die Schlüsselmomente beider «Alice»-Bücher...
Welch süße Freude, Göttin / entzündest du in unserer Brust. / Konnte der gütige Himmel mehr für uns tun? / Welch süße Freude, Göttin!» Einander nachsingend, dann gleichzeitig ihre Stimmen ineinanderschlingend danken die jungen Liebenden Hyllo und Iole am Schluss von Antonia Bembos «L’Ercole Amante» der Göttin Giunone für das gute Ende einer ungut begonnenen...
