Zurück zur Natur

Händel: Alcina
Basel | Theater

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Über allem Zauber Liebe? Man muss Calderons Stücktitel schon umdrehen, will man die Verhältnisse auf jener fernen Insel verstehen, die von der schönen wie mächtigen Alcina beherrscht wird: Über aller Liebe Zauber. Jedes männliche Wesen gerät auf diesem Eiland (un-)freiwillig in den Bann der Potentatin. Sie selbst «kauft» sich die Zuneigung der (männlichen) Gäste mit manipulativer Magie; so diese nicht als Partner in Frage kommen, verwandelt Alcina sie kurzerhand in gehörnte Fabeltiere.

Gianluca Falaschi hat sich zu diesem Behufe am Theater Basel einiges einfallen lassen.

Seine Kostüme erinnern in ihrer veritablen Vielbuntheit an Berlins Karneval der Kulturen. Den feinen Unterschied machen die Früchte, die nicht nur genüsslich verspeist werden, sondern auch Teil des artifiziellen, vielleicht einen Hauch zu pappmachéartigen Bühnenbildes von Flurin Borg Madsen sind: Willkommen in der Bananenrepublik. Doch zum Kolonialismus gleich mehr.

Verordnete Lust funktioniert nur, wenn der Betroffene nichts von diesem Zwang weiß. Und so liegt er vor Wonne dahingestreckt auf dem Felsen des Eros, der zart-feminine Ruggiero, in seinen Armen die Verführungskünstlerin. Ein Traumpaar, möchte man ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Jürgen Otten

Vergriffen
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