Zukunft Oper
Die Zukunft der Oper stand schon immer auf dem Spiel, daran hat sich in den mehr als 400 Jahren ihres Bestehens grundsätzlich kaum etwas geändert. Was sich indes geändert hat, sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen sie auf die Bühne gelangt, das soziokulturelle Environment.
Und spätestens nach der wenig fruchtbaren Diskussion über die systemische Relevanz des Gesamtkunstwerks während der Corona-Pandemie wissen auch die Kunstschaffenden, dass sie im Fokus der Politik stehen, dass die Bereitschaft, diese genuin luxuriöse Kunstgattung mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten, eher weniger wird, als dass sie wächst. Immer lauter (und drängender) werden in der erregten, zumindest dem Anschein nach zusehends gestressten Gesellschaft jene Stimmen, die Oper als eine Quantité négliable bezeichnen, als gleichsam neofeudales Amüsement und pure Seelenbeglückung für akademische Eliten. Dagegen steht der ästhetische Wille, ein genuin politisches Musiktheater zu etablieren, das (was im Schauspiel schon seit langem Usus ist) die prekäre Gegenwart zum Anlass nimmt, sie grundsätzlich zu hinterfragen. Grund genug, einmal nachzufragen bei jenen, die Oper tagein, tagaus ...
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Zukunft Oper, Seite 114
von
Die Exegese seiner literarischen Texte und Briefe füllt ganze Regale. Kaum ein bedeutender Autor der Moderne wurde so häufig unters Mikroskop gelegt wie Franz Kafka, dessen 100. Todestag wir in diesem Jahr begehen, kaum einer – Samuel Beckett vielleicht ausgenommen – ließ derart viele unterschiedliche, sich zum Teil sogar deutlich widersprechende Deutungen zu....
Es sind zwei Bühnenwerke jüdischer Komponisten, die in jüngerer Zeit auf die Spielpläne der Opernhäuser (zurück-)drängen: Fromental Halévys «La Juive» aus dem Jahr 1835 und die 1968 vollendete «Passashirka» («Die Passagierin») von Mieczysław Weinberg. Beide Werke stellen Auseinandersetzungen mit christlichem Antijudaismus und rassistischem Antisemitismus und dem...
«Ambur Braid ist eine der ausdrucksvollsten Sängerdarstellerinnen weit und breit: Hochexpressiv ist ihr Sopran, dem bei aller Wucht die Finesse nie abhanden kommt» (OW 8/2024). So schrieb unsere Kritikerin Judith von Sternburg über Braids Auftritt in Jacques Fromental Halévys «La Juive». Die Kanadierin kehrte damit an das Haus zurück, zu dessen Sängerensemble sie...
