Zukunft Oper
Die Zukunft der Oper stand schon immer auf dem Spiel, daran hat sich in den mehr als 400 Jahren ihres Bestehens grundsätzlich kaum etwas geändert. Was sich indes geändert hat, sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen sie auf die Bühne gelangt, das soziokulturelle Environment.
Und spätestens nach der wenig fruchtbaren Diskussion über die systemische Relevanz des Gesamtkunstwerks während der Corona-Pandemie wissen auch die Kunstschaffenden, dass sie im Fokus der Politik stehen, dass die Bereitschaft, diese genuin luxuriöse Kunstgattung mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten, eher weniger wird, als dass sie wächst. Immer lauter (und drängender) werden in der erregten, zumindest dem Anschein nach zusehends gestressten Gesellschaft jene Stimmen, die Oper als eine Quantité négliable bezeichnen, als gleichsam neofeudales Amüsement und pure Seelenbeglückung für akademische Eliten. Dagegen steht der ästhetische Wille, ein genuin politisches Musiktheater zu etablieren, das (was im Schauspiel schon seit langem Usus ist) die prekäre Gegenwart zum Anlass nimmt, sie grundsätzlich zu hinterfragen. Grund genug, einmal nachzufragen bei jenen, die Oper tagein, tagaus ...
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Zukunft Oper, Seite 114
von
Was Musik ist? Gute Frage. Nicht wenige Philosophen und Komponisten haben sie sich gestellt. Gabriel Fauré etwa tat dies, während er am zweiten Satz seines Quintetts feilte und nach jenem «unersetzbaren Punkt», nach der höchst unwirklichen Schimäre, suchte, die uns «über das, was ist» erhebt. Vladimir Jankélévitch nahm Faurés Introspektion zum Anlass, sich einmal...
Die Exegese seiner literarischen Texte und Briefe füllt ganze Regale. Kaum ein bedeutender Autor der Moderne wurde so häufig unters Mikroskop gelegt wie Franz Kafka, dessen 100. Todestag wir in diesem Jahr begehen, kaum einer – Samuel Beckett vielleicht ausgenommen – ließ derart viele unterschiedliche, sich zum Teil sogar deutlich widersprechende Deutungen zu....
In einer Welt, die sich zunehmend und vor allem zunehmend rasant verändert, fällt auch der Kunst eine andere Rolle zu: Sie kann und muss auf all die Kriege, Krisen und (klimabedingten) Katastrophen direkt und schneller reagieren. Ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, dass sie der Macht der beschleunigten Bilder, die durch die fortschreitende Digitalisierung den...
