Zu neuen Ufern
Der große Aufbruch war es noch nicht. Aber das war nach zweiunddreißig am Ende nur noch quälend langen Jahren seines Vorgängers auch nicht zu erwarten. Wulf Konold, der die Ludwigsburger Festspiele seit diesem Jahr als Nachfolger des höchst widerstrebend gegangenen Wolfgang Gönnenwein leitet, beließ zunächst einmal vieles beim Alten – angesichts der kurzen Vorlaufzeit das einzig Vernünftige.
Eine wichtige Entscheidung hat er allerdings sofort getroffen und damit die Weichen für eine neue Ausrichtung der eigenen Ensembles von Chor und Orchester gestellt, indem er Michael Hofstetter zum Chefdirigenten ernannte. Hofstetter, der bei manchem seiner jüngsten Auftritte an den Staatsopernpulten in Hamburg und München nicht eben Fortune hatte, gehört zu jenen Dirigenten der jüngeren Generation, die sich für authentische Aufführungspraxis auch bei Musik der Klassik und Romantik engagieren. Dies stellte er gleich bei seinem Einstand mit Aufführungen von Haydns «Schöpfung», Beethovens Neunter Symphonie und Berlioz’ «Grand Messe des Morts» programmatisch unter Beweis.
Ludwigsburg verfügt über zwei Räume – das historische Schlosstheater, eine wegen seines geringen Fassungsvermögens schwer ...
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