Zeitparabel

Ullmann: Der Kaiser von Atlantis an der Helikon-Oper Moskau

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Man könnte denken, diese Oper sei soeben erst in Moskau geschrieben und ins Deutsche übersetzt worden, um den in Russland stark verbreiteten Denunziationen zu entgehen. Denn der in Einsamkeit regierende Herrscher, der sich in Viktor Ullmanns «Kaiser von Atlantis» für eine Weile «zum besseren Regieren» zurückgezogen hat, das ist im Grunde Russland. Und der «Krieg aller gegen alle» passt leider auch in unsere Zeit ...

Die musikalische Umsetzung in der Moskauer Helikon-Oper verdient höchste Anerkennung.

Die Dirigentin Elena Sosulnikova (sie gibt ihr Haus-Debüt) hat ein feines Gespür für die stilistischen Nuancen der Partitur, und sie reagiert mit resolut-entschlossenen Impulsen auf das Orchester wie auf Solistinnen und Solisten. Sie alle erweisen sich als sensibel und fähig zur dynamischen Umsetzung, was nicht unwesentlich ist: Ohne Erfahrung im deutschen Fach hätte die Gefahr bestanden, ins Amateurhafte abzurutschen. Alle Rollen werden nicht nur kraft- und stilvoll gesungen, sie werden auch tief verstanden. Besondere Lobeshymnen verdient Dmitrij Skorikov als «der Tod»: Diese Figur ist für Moskau heute besonders relevant, denn die Hauptnachrichten, die etliche Menschen täglich lesen, ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Alexei Parin

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