«Oper ist zuallererst Theater»
Lieber Herr de Mallet Burgess – Cincinnati, Westaustralien, Neuseeland, nun Helsinki: Ihr Weg als Opernmanager liest sich sehr ungewöhnlich.
Stimmt, und er hat schon ungewöhnlich angefangen: Nach dem Studium in Oxford wollte ich Regie lernen, besonders in England bestand damals aber kaum die Möglichkeiten dazu. Also befolgte ich einen Ratschlag von Peter Brooks: «Nenn dich Regisseur und fang an, Regie zu führen.» Ich habe neue Stücke in Londoner Pubs inszeniert und die ersten Streifzüge ins Musiktheater unternommen.
John Cox wurde auf mich aufmerksam, und bevor ich mich versah, war ich Assistent am Royal Opera House in Covent Garden.
War das ein Kulturschock?
Absolut. Ich war sehr unerfahren, und die Stimmung am Haus war damals nicht sehr gut. Wenn ein solches Umfeld für einen Regisseur das Ziel aller Träume ist, sagte ich mir, will ich diesen Beruf nicht. Gleichzeitig begann man in dieser Zeit, Ende der 1990er-Jahre, auch in England damit, neue Regiekonzepte und Formate zu entwickeln. Ich selbst machte Oper für taube Menschen, Oper in der Schule, neue Werke und schrieb ein Trainingsbuch für Darstellende im Musiktheater.
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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Knies
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Hübsch hier. Ein gepflegtes Quadrat auf gepflastertem Untergrund, mit zahlreichen Sitzbänken, riesigen Blumentöpfen, kleinen Pavillons samt Fähnchen, auf denen der Spruch «Viel Flut tut gut» zu lesen ist, mit jungen Bäumen und vielen Cafés und Gaststätten drum herum, die so poetische Namen wie «Marlene» oder «Burger & Bar – The place to B» tragen. Auch die...
