Wiederentdeckung des Jahres 2024
Seit jenem Tag des Jahres 2009, an dem die Stiftung Palazzetto Bru Zane ihre Arbeit aufgenommen hat, ist Bewegung in die doch leicht verkrustete Opernwelt gekommen – vor allem, was die Zeit zwischen 1780 und 1920 betrifft. Namensimmanentes Ziel des «Centre de musique romantique française» ist es seither, die Musik eben dieser «Epoche» zu erforschen und vor allem Werke ans Tageslicht zu bringen, die bislang als verschollen galten oder in Vergessenheit geraten waren.
Dazu zählen verstärkt auch Opern von komponierenden Frauen, die es in der patriarchal dominierten Gesellschaft des Nachbarlandes schwer hatten, sich gegen die männliche Phalanx durchzusetzen – Künstlerinnen wie Augusta Holmès und Louise Bertin. Dass nun innerhalb einer Spielzeit sowohl Bertins «Fausto» (Essen) als auch Holmès «La Montagne Noire» (Dortmund) an deutschen Opernhäusern auf die Bühne gelangten, verdankt sich in erster Linie dem Bemühen des Palazzetto Bru Zane, das sich vor allem im Fall der ersten «Faust»-Vertonung überhaupt schon jetzt vollends ausgezahlt hat
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 43
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Nicht jedes zeitgenössische Musiktheater ist zwingend auch ein Musiktheater für Zeitgenossen und -genossinnen. Manche Stücke erliegen zu sehr der Ambition, als rein ästhetische Schöpfungen wahrgenommen werden zu wollen; ihnen fehlt der nötige gesellschaftliche Bezug, sie sind, und das nicht unbedingt im besten Sinne des Wortes, L’art pour l’art. Blättert man in...
Die Frage ist häufig gestellt, aber nie letztgültig beantwortet worden: Was ist der Mensch? Auch Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag die (philosophische) Welt in diesem Jahr begeht, hat sich eingehend mit ihr beschäftigt, sie aber in einen moralisch-idealischen Kontext gestellt. In seiner «Kritik der reinen Vernunft» nennt Kant jene drei Fragen, die auch in der...
Von der franko-amerikanischen Bildhauerin Louise Bourgeois stammt der wunderschöne und richtige Satz, die Kunst habe stets mit dem Leben zu tun und sei eben nicht nur gleichsam narzisstisch-ästhetischer Selbstzweck. Herausragende Regisseurinnen und Regisseure haben auch im Musiktheater diese im Grunde unumstößliche «Wahrheit» immer wieder mit ihren zum Teil...
