Wiederentdeckung des Jahres 2024
Seit jenem Tag des Jahres 2009, an dem die Stiftung Palazzetto Bru Zane ihre Arbeit aufgenommen hat, ist Bewegung in die doch leicht verkrustete Opernwelt gekommen – vor allem, was die Zeit zwischen 1780 und 1920 betrifft. Namensimmanentes Ziel des «Centre de musique romantique française» ist es seither, die Musik eben dieser «Epoche» zu erforschen und vor allem Werke ans Tageslicht zu bringen, die bislang als verschollen galten oder in Vergessenheit geraten waren.
Dazu zählen verstärkt auch Opern von komponierenden Frauen, die es in der patriarchal dominierten Gesellschaft des Nachbarlandes schwer hatten, sich gegen die männliche Phalanx durchzusetzen – Künstlerinnen wie Augusta Holmès und Louise Bertin. Dass nun innerhalb einer Spielzeit sowohl Bertins «Fausto» (Essen) als auch Holmès «La Montagne Noire» (Dortmund) an deutschen Opernhäusern auf die Bühne gelangten, verdankt sich in erster Linie dem Bemühen des Palazzetto Bru Zane, das sich vor allem im Fall der ersten «Faust»-Vertonung überhaupt schon jetzt vollends ausgezahlt hat
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 43
von
Als erst zweite Oper einer Frau (nach Louise Bertins «La Esmeralda») wurde 1895 an der Pariser Opéra «La Montagne Noire» von Augusta Holmès uraufgeführt. Geboren 1847 in Paris als Tochter einer irischstämmigen Familie lernte sie ihr musikalisches Handwerk unter anderem als Schülerin César Francks. Ihre Werke veröffentlichte sie zunächst unter männlichem Pseudonym,...
Das letzte Wort hat Liù. Die kleine Sklavin mit dem großen Herzen. Die weiß, wie sich Liebe anfühlt, wie sie schmeckt, welchen Zauber, welchen Duft sie zu verströmen weiß. Und die den Unterschied kennt zwischen dem reinen Begehren und jenem höheren Gefühl, das sich nicht allein aus körperlichem Verlangen speist, sondern weit mehr aus der Idee von Philia und Agape –...
Søren Kierkegaard könnte helfen. In seinem Traktat «Die Wiederholung» bat er seine Leserinnen und Leser fast inständig darum, nicht an Dingen zu verzweifeln, die immer wieder aufs Neue vor ihnen stünden und sie an die Vergänglichkeit des Seins erinnerten. Man müsse, so der dänische Philosoph, Prosaist und dialektisch begabte, evangelisch-lutherische Theologe (dem...
