Wieder im Kommen?

Gelsenkirchen rückt den Opernkomponisten Nino Rota ins Rampenlicht, Görlitz spannt ihn mit Ermanno Wolf-Ferrari zusammen

Opernwelt - Logo

Zwei Außenseiter, ohne Zweifel. Der eine, Ermanno Wolf-Ferrari, hin und her gerissen zwischen dem Hang zur bittersüßen Melancholie und einer gewachsenen Liebe zu einer Art Rokoko-Verismus. Der andere, Nino Rota, dessen «Schicksal» es war, im falschen Jahrhundert (und für das falsche Genre) zu komponieren – allzu wenig hatte das «Zeitalter der Extreme» übrig für verspielt-buffoneske Schöpfungen. Die Musikgeschichte hat beiden einen Platz weit unterhalb des Olymps zugewiesen – nicht ganz zu Unrecht, jedoch mit ästhetisch zumindest biegsamen Argumenten.

Gewiss, beide Komponisten setzten keine Maßstäbe, und erkennbar wohnt ihren Schöpfungen der Hauch des Restaurativ-Eklektischen inne. Wie lohnenswert ein Blick in die Kompositionswerkstatt dieser Tonsetzer dennoch sein kann, haben nun gleich mehrere Opern­häuser gezeigt.

Den Gipfel markiert, in jedweder Hinsicht, Gelsenkirchen mit einem doppelten Rota. Als Prolog auf dem Theater figuriert die deutsche Erstaufführung der Idylle «La scuola di guida»; ein viertelstündiges Amüsement, gespickt mit albernen sexuellen Anspielungen, dramaturgisch aber sinnvoll, weil es die Vorgeschichte erzählt: wie der Quartier-Casanova ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Callas' schrägste Schwester

Wer heute an Wettbewerben teilnimmt, muss im Misserfolg keine Häme noch Schmach befürchten. Doch Hybris kann die Hinrichtung durch Publikum und Medien nach sich ziehen. Der überambitionierten New Yorker Millionen-Erbin und Möchtegern-Diva Florence Foster Jenkins ist ebendies reichlich beschieden worden.

Eklatant waren deren Defizite: falsche Intonation,...

Personalien, Meldungen

Jubilare

Grace-Melzia Bumbry kam 1937 in St. Louis, Missouri, zur Welt. Nach dem Studium, u. a. an der Boston University und der Music Academy in Santa Barbara, gelang ihr rasch der internationale Durchbruch: 1960 sang sie in Paris die Amneris in Verdis «Aida» und wurde daraufhin von Wieland Wagner 1961 zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, wo sie unter...

Aus dem Leben eines Taugenichts

Wir haben einen Schrank für Konzertkleidung zu Hause. Meine Frau hat mir darin neben ihren Roben eine kleine Ecke überlassen. Ich brauche zum Glück nicht viel Platz. Die Damen haben es schwerer. Für die Stars legen sich schon mal Designer ins Zeug, aber den Normalsterblichen schneidert niemand 36 000 Kristalle auf den Leib wie kürzlich Anna Netrebko in...