Wie hält's die Oper mit der Religion?
Religion, so hat es der große, anlässlich seines 250. Geburtstags soeben wiederentdeckte Theologe Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher in den legendären «Reden» von anno 1799 formuliert, sei weder Moral noch Lehre, sondern «Gefühl und Anschauung» sowie «Sinn und Geschmack fürs Unendliche», ein «heiliger Instinkt», mit einem Wort: die «zarteste Blume der Fantasie». Bei der Lektüre des von Dietrich Korsch herausgegebenen Bandes «Religion der Liebe» muss man unweigerlich an diese Sätze denken.
Denn Korsch, emeritierter Professor für Systematische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg und ein veritabler Musiktheaterkenner, geht ganz grundsätzlich davon aus, dass Religion sich in diesen Punkten mit der Kunstgattung Oper trifft. Beider Thema, so sein A priori, sei die Liebe.
Anhand von drei ausgesuchten theologisch-musikästhetischen Fallstudien versuchen die Autoren die These zu untermauern, es gebe eine «Religion der Liebe». Die Setzung ist kühn, bedenkt man, dass hier zwei Bühnenwerke Mozarts – die Da Ponte-Opern «Don Giovanni», «Così fan tutte» – mit Monteverdis «L’ Orfeo» und Wagners «Parsifal» verknüpft werden – eine Auswahl, die gleichermaßen mutig wie (im wörtlichen ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Jürgen Otten
Traumpaar
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