Wie ein Blitz
Inszeniert in Russland ein Schauspielregisseur eine Oper, geht das meist daneben. Würde der vielgerühmte Konstantin Bogomolov hier eine Ausnahme bilden? Bogomolov ist in den letzten sechs, sieben Jahren zu Moskaus Kultregisseur aufgestiegen, seine provokanten, sozialkritischen Arbeiten am Künstler-Theater begeistern ein breites Publikum. Für Anton Getman, den neuen Intendanten des Stanislawski-Theaters, Grund genug, ihn an sein Haus zu bitten – für Händels «Il trionfo del Tempo e del Disinganno».
Bogomolov entschloss sich, das Oratorium in zwei Teile zu zerlegen.
Im ersten stürzen entsetzliche Bilder aus dem russischen Alltag auf den Zuschauer ein: die Ermordung eines Mädchens durch den besessenen Kannibalen Tschikatilo, Anfälle kranker Kinder, eine grausame Adoptivmutter, das leidenschaftliche Gebet eines frisch rekrutierten muslimischen Selbstmordattentäters vor der Explosion. All das ist kaleidoskopartig dargestellt, wobei die Aufeinanderfolge der Episoden von der inneren Logik der Assoziationen diktiert wird.
Die Übertitel geben eine geschönte Übersetzung des Librettos (der Verfasser: Wladimir Sorokin) wieder, während Bildschirmtexte an den Seiten das Geschehen detailliert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
59. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752313
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
Und dann kommt er. Endlich. Unvermeidlich. Definitiv. Der lang erwartete, unvergessliche Augenblick der Leidenschaft. Mitten im Museum, gerahmt von lauter marmornen Venus-Büsten und kühl-mondänen Sitzschalen (Bühne: Wolfgang Kurima Rauschning). Wohlige Weltsekunde, in der die aparte Gesellschaftsdame und ihr modebewusster Galan einander die Liebe gestehen in...
alpha
01.07. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2017
Open-Air-Konzert
Chor und Symphonieorchester des BR, ML: Harding, S: Prohaska, Kulman.
04.07. – 09.30 Uhr
Mein Himmel ist voller Musik
Porträt der israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff, deren Oper «Die Banalität der Liebe» im Januar in Regensburg erfolgreich uraufgeführt wurde (siehe OW 3/2018).
08.07. –...
