Wichtige Wiederentdeckung der Saison 23/24
Als erst zweite Oper einer Frau (nach Louise Bertins «La Esmeralda») wurde 1895 an der Pariser Opéra «La Montagne Noire» von Augusta Holmès uraufgeführt. Geboren 1847 in Paris als Tochter einer irischstämmigen Familie lernte sie ihr musikalisches Handwerk unter anderem als Schülerin César Francks. Ihre Werke veröffentlichte sie zunächst unter männlichem Pseudonym, zur Hundertjahrfeier der Französischen Revolution 1889 wurde ihr aber bereits die Ehre zuteil, eine offizielle «Ode triomphale» zu schreiben.
Wesentlich beeinflusst war Holmès vom Werk Richard Wagners, was sich auch darin ausdrückte, dass sie die Libretti für ihre Opern selbst schrieb. So auch im Fall von «La Montagne Noire», einem Werk, das nun von der Oper Dortmund dem Vergessen entrissen wurde. Nachdem das Stück 1895 nach dreizehn Vorstellungen in Paris vom Spielplan verschwand, war die Dortmunder Premiere im Januar 2023 die erste Aufführung des Werks seitdem. Unser Rezensent Uwe Schweikert sah «mit seiner Verflechtung von politischem Drama und amouröser Verstrickung ein typisches Produkt des Fin de Siècle» (OW 3/2024). Weiter schreibt Schweikert über das Stück: «Der Freiheitskampf der Montenegriner gegen die Osmanen ...
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 82
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Es ereignete sich im Frühjahr 2024 auf der Strasbourger Opernbühne. Richard Wagners romantisches Wunder brach ein in die historisch-nationalistische Kulisse, die sich der Bühenbildner Romain Fabre ausgedacht hatte – in klarstem A-Dur, vor allem aber mit einer stimmlichen Verve, wie man sie an dieser Stelle nur selten vernehmen darf. Schon das «Nun sei bedankt, mein...
Den «Parsifal» in Bayreuth zu dirigieren, ist nicht irgendein Engagement. Wagner hat das Stück speziell für den verdeckten Orchestergraben geschrieben und die ganz besondere Akustik des Festspielhauses. Die Aufführungsgeschichte ist voller Kontraste. Was Wagner für die Uraufführung 1882 mit dem jüdischen Dirigenten Hermann Levi erarbeitete, wurde später vom...
