100. Todestag Gabriel Faurè
Dem französischen (Musik-)Philosophen, Debussy-Biographen und Autoren des vielleicht tiefsinnigsten Buches über den Tod, Vladimir Jankélévitch, verdanken wir eine fundiert-feinsinnige Skizzierung der Musik jenes Komponisten, dessen Schöpfungen, mit Ausnahme seines regelmäßig aufgeführten Requiems, noch heute nur wenigen Eingeweihten vertraut ist.
«Wie einem Wanderer, der die Berghänge von Faurés okzitanischer Heimat erklimmt und die Aussicht bewundert, die sich seinen entzückten Augen bietet», so Jankélevitch, «erscheint uns sein Werk: Linien von Bergkämmen, die sich kreuzen und auseinanderlaufen, majestätische Gipfel, das Gefühl von stillstehender Zeit, die Reinheit und Kargheit der Luft, irisierende Lichter …» Besser kann man die Faszination, aber auch das Enigmatische dieser Musik wohl kaum beschreiben. Man kann aber auch einfach mal in die Noten hineinschauen, um reichlichen Lohn davonzutragen. Und das nicht nur im Fall der melodiés, an deren Verbreitung und Ruhm Fauré mit rund 100 Stücken maßgeblich beteiligt war, sondern auch auf dem Gebiet des Musiktheaters – mit seiner «Pénélope» hat dieser Komponist doch zumindest ein bedeutendes Werk hinterlassen
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: 100. Todestag Gabriel Faurè, Seite 128
von
Als erst zweite Oper einer Frau (nach Louise Bertins «La Esmeralda») wurde 1895 an der Pariser Opéra «La Montagne Noire» von Augusta Holmès uraufgeführt. Geboren 1847 in Paris als Tochter einer irischstämmigen Familie lernte sie ihr musikalisches Handwerk unter anderem als Schülerin César Francks. Ihre Werke veröffentlichte sie zunächst unter männlichem Pseudonym,...
Die Zukunft der Oper stand schon immer auf dem Spiel, daran hat sich in den mehr als 400 Jahren ihres Bestehens grundsätzlich kaum etwas geändert. Was sich indes geändert hat, sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen sie auf die Bühne gelangt, das soziokulturelle Environment. Und spätestens nach der wenig fruchtbaren Diskussion über die...
Ihre Biographie muss erst noch geschrieben werden. Was wir über die französische Komponistin Louise Bertin wissen, beschränkt sich auf ein paar spärliche Angaben, die aus Mangel an weiteren gern wiederholt werden (auch hier), aber nicht einmal alle gesichert sind. Wie diese wohl auch malerisch und schriftstellerisch hochbegabte Künstlerin wirklich gelebt hat,...
