Wichtige (Wieder-)Aufführungen der Saison
Weder das Stück noch sein Schöpfer sind allzu bekannt. Allein deswegen war es eine Großtat des Pariser Théâtre du Châtelet, die Operette Vlan dans loeil von Hervé (der mit bürgerlichem Namen Louis Auguste Florimond Ronger hieß) in einer kecken, fulminant komischen Inszenierung in Paris zu präsentieren.
«Pierre-André Weitz’ Regie addiert in eigener Ausstattung Märchenwald, Jahrmarkt, Kasperletheater, Horror und Klamauk, lässt im Geisterwald monsterhaft Maurice Sendaks ‹Wilde Kerle› umgehen, überhöht die Schießbude mit Glühbirnengirlanden, glitzernden Revuerädern, zeigt Fotos von Callas und Zarenfamilie, lässt Wagner als Dudelsackspieler flanieren und serviert schrille Transvestitennummern. Und die Liebesszenen schwanken zwischen Innigkeit und Lächerlichkeit, wie auch die Bürger, Jäger und Höhergestellten entindividualisierte Ausgeburten eines Kuriositätenkabinetts liefern.»
(OW 8/2021)
Diese Frau war uns zuvor kaum je begegnet. Und ihr Schöpfer, der italienische Komponist Ruggero Leoncavallo natürlich vor allem seiner «Pagliacci» wegen bekannt. Dem Theater an der Wien war es zu danken, dass es im September 2020 dessen Commedia lirica Zazà präsentierte, mit der fabelhaften Svetlana ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 110
von Red.
Sein Ruhm wird nur durch ein Stück begründet: «Samson et Dalila». Doch das 100. Todesjahr von Camille Saint-Saëns, der als Sechsundachtzigjähriger am 16. Dezember 1921 in Algier starb, hätte auch in deutschen Landen ein Jahr der musikalischen und szenischen Neuerprobung einiger seiner anderen, fast vergessenen Opern werden sollen und können: «Déjanire» (konzertant)...
Abgesehen von der merkwürdigen Art und Weise, wie sich die Saison 2020/2021 entfaltet hat, ist zunächst zu bemerken, dass im Gegensatz zur vorherigen Saison praktisch alle Institutionen, große wie kleine, vorbereitet waren, um auf die Unwägbarkeiten von Covid zu reagieren, indem sie Alternativen anboten: in Streaming oder in Theatern; mit sehr reduzierter Kapazität...
Laut Michael Spitzer, Autor des vielbeachteten Buches «The Musical Human», das im vergangenen April erschienen ist, geht die Geburt des Rhythmus 165 Millionen Jahre zurück; vor 66 Millionen Jahren erschien die erste Melodie, und 40.000 Jahre sind vergangen, seit der Homo sapiens das erste Musikinstrument gebaut hat. Es ist also nicht verwunderlich, wenn uns ein...
