Wege durchs Labyrinth
Gespräch in einem Bayreuther Wirtsgarten. «Der wos do singt, der führt aa Regie», weiß eine schon betagte Dame, die sich zu einem ungefähr gleichaltrigen Paar an einen Tisch gesellt hat. Tiefen Eindruck erzielt sie mit der Aussage nicht. Die Dame ihr gegenüber schweigt, der Herr erwidert in lakonischem Bayreuther Dialekt: «Dees is mir worschd, mich wer’n die doo ned sehng …» Auch so kann man über das Bayreuth Baroque Opera Festival urteilen.
Es ist vielleicht nicht ungewöhnlich für ein gewisses latentes Fremdeln der einheimischen Bevölkerung mit ihren Kulturgrößen.
An Wagner hat man sich nolens volens gewöhnt über all die Jahrzehnte. Aber dass das mittlerweile zum UNESCO-Welterbe erhobene Opernhaus der Markgräfin Wilhelmine nun auch Schauplatz eines weiteren internationalen Festivals ist, scheint auch im fünften Jahr von dessen Bestehen noch kontrovers diskutiert zu werden. Selbst im Stadtrat sähe eine – glücklicherweise – Minderheit die derzeit rund 300.000 Euro städtischen Zuschüsse bei einem Festival-Gesamtetat von rund zwei Millionen Euro lieber anderswo angelegt …
Gleichviel: Das elftägige Festival, das sich keineswegs auf den Schauplatz Markgräfliches Opernhaus beschränkt, ...
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Opernwelt November 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Alexander Dick
Wie kamen Sie zur klassischen Musik?
Ich erinnere mich nicht mehr, was meine Inspiration war, ich weiß nur, dass ich als Kind zwei Dinge wollte: ein Klavier und einen Hund. Beides habe ich bekommen.
Beides? Sonst ist es doch immer so, dass Eltern sagen: entweder, oder?
Ich habe beides bekommen und bin dann 17 Jahre beim Klavier geblieben. Obwohl es ein Leidensweg...
Es ist immer spannend, inwiefern Eröffnungsstücke ehrliche Intendanz-Versprechen für folgende Spielzeiten abgeben. Lothar Krauses Start mit Monteverdis 1642 für den venezianischen Karneval komponierter «L’incoronazione di Poppea» in der Einrichtung von Ernst Krenek verstand sich keineswegs als Opposition gegen die historisch informierte Aufführungspraxis, sondern...
Historiker sprechen, wenn sie die politische Geschichte Spaniens etwa zwischen 1550 und 1650 in Augenschein nehmen, meist vom Siglo de Oro, vom Goldenen Zeitalter. Und nicht nur ist damit der Machteinfluss des einst ruhmreichen (und ausdehnungsfreudigen) Landes bezeichnet, sondern vor allem eine Zeit kultureller Blüte. Wenn Saioa Hernández ihr neues Album mit Arien...
