Wege durchs Labyrinth

Vor allem vokal betörend: Porporas «Ifigenia in Aulide» und Vivaldis «Orlando furioso» beim Bayreuth Baroque Opera Festival

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Gespräch in einem Bayreuther Wirtsgarten. «Der wos do singt, der führt aa Regie», weiß eine schon betagte Dame, die sich zu einem ungefähr gleichaltrigen Paar an einen Tisch gesellt hat. Tiefen Eindruck erzielt sie mit der Aussage nicht. Die Dame ihr gegenüber schweigt, der Herr erwidert in lakonischem Bayreuther Dialekt: «Dees is mir worschd, mich wer’n die doo ned sehng …» Auch so kann man über das Bayreuth Baroque Opera Festival urteilen.

Es ist vielleicht nicht ungewöhnlich für ein gewisses latentes Fremdeln der einheimischen Bevölkerung mit ihren Kulturgrößen.

An Wagner hat man sich nolens volens gewöhnt über all die Jahrzehnte. Aber dass das mittlerweile zum UNESCO-Welterbe erhobene Opernhaus der Markgräfin Wilhelmine nun auch Schauplatz eines weiteren internationalen Festivals ist, scheint auch im fünften Jahr von dessen Bestehen noch kontrovers diskutiert zu werden. Selbst im Stadtrat sähe eine – glücklicherweise – Minderheit die derzeit rund 300.000 Euro städtischen Zuschüsse bei einem Festival-Gesamtetat von rund zwei Millionen Euro lieber anderswo angelegt …

Gleichviel: Das elftägige Festival, das sich keineswegs auf den Schauplatz Markgräfliches Opernhaus beschränkt, ...

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Opernwelt November 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Alexander Dick

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