Wasser- und Wortspiele
Zwei Stunden fährt man von der bulgarischen Hauptstadt Sofia durch saftig-grünes Hügelland Richtung Nordosten bis fast an die rumänische Grenze, dann ist man in Pleven. Hier wurde 1941 Gena Dimitrova geboren, deren Karriere nach einem Debüt als Abigaille in Verdis «Aida» an der bulgarischen Nationaloper – gerade mal 26 Jahre war sie da – schnell Fahrt aufnahm. Sie sang mehr als 30 Rollen von Tosca bis Turandot, trat an der Seite von Domingo und Pavarotti auf, mit Maazel und Muti, stand an allen großen Opernhäusern zwischen Buenos Aires und Wien auf der Bühne.
Kurz vor ihrem frühen Tod 2005 hatte sie selbst die Idee, in ihrer Heimatstadt einen Gesangswettbewerb auszurichten. Die erste «Gena Dimitrova International Competition for Young Opera Singers» fand nur ein Jahr später statt.
Mitte Mai 2025. Der inzwischen etablierte Wettbewerb hat fast 60 junge Sängerinnen und Sänger in die 90.000-Einwohner-Stadt gelockt; sie kommen überwiegend aus Osteuropa, China und Südkorea. Draußen lässt der Frühling noch auf sich warten, drinnen im vor wenigen Jahren sanierten und fein hergerichteten Saal bereiten sich alle auf ihren Auftritt vor. Ist es ein gutes Omen fürs Gelingen, dass er nach ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Stephan Knies
Bis vor einiger Zeit gab es sie nur als Sacerdotessa: Auf Antonio Pappanos 2015 veröffentlichter «Aida» mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann ließ Eleonora Buratto ihren feinen, doch reichhaltigen Sopran vernehmen – und aufhorchen. Damals singspielte sie sich noch durchs lyrische Leben, mit Donna Anna, Fiordiligi oder Liù. Spätestens im Mai 2024 dann, als...
Am Ende gibt es keinen filigranen Pinselstrich mehr, da greift sie flugs zur breiten Borste. Mit fettem Schwarz übertüncht Senta ihr Gemälde, und parallel dazu färbt sich der heruntergelassene Gaze-Vorhang dunkel – auf dass nichts mehr zu sehen ist vom Holländer und der vierstöckigen Hochzeitstorte, vor der Matrosen und Gäste verröcheln, manche voller Blut; eine...
Dieser Gounod legt die Axt an die Wurzel. «Uns interessierte vor allem die Leere», hieß es schon vor der Premiere, aber Bühnen- und Kostümbildner dürften doch andere Ambitionen gehabt haben als die Regisseurin. Es sei denn, sie arbeiten nicht gern. Viel zu tun gab es jedenfalls nicht für sie. Das Libretto sieht sechs Szenenwechsel vor – hier findet der Fünfakter in...
