Was tun?
Wer sich an «La clemenza di Tito» wagt, Mozarts zeitgleich mit der «Zauberflöte» entstandenes «Dramma serio per musica», hat es doppelt schwer. Was tun mit einer Musik, die nur in Teilen (Arien und Accompagnati) von Mozart selbst stammt und die sich, weil seine blaublütigen Auftraggeber es aus Anlass der Krönung des österreichischen Kaisers Leopold II.
zum Böhmischen König im September 1791 so wünschten, an einer von der musikästhetischen Entwicklung längst überrollten Gattung (der Opera seria) orientiert, diese aber ständig hinterfragt und überformt – etwa durch die Verflüssigung des metastasianischen Nummernschemas? Was anfangen zudem mit einem Titelhelden (dem römischen Kaiser Titus Flavius Vespasianus), bei dem man nie sicher sein kann, ob er nun zaudernder Herrscher, empfindsamer Humanist oder doch zynischer Machtmensch ist, der seine «Milde» bloß als politische Strategie, als probates Mittel zum despotischen Zweck einsetzt?
Man kann sich – wie René Jacobs Ende November in einer Reihe konzertanter Aufführungen zur Vorbereitung einer CD-Einspielung (siehe Seite 9) – ganz auf die (rhetorische) Ausleuchtung und Aufwertung der Partitur konzentrieren, die faden (vermutlich von ...
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In Heidelberg hat sich die neue Intendanz entschieden, in jeder Saison «die spannendste neue Oper des letzten Jahres» zu präsentieren. Den Anfang macht man nun mit «Berenice», uraufgeführt bei der Münchener Biennale 2004 (siehe OW 7/2004). Der junge österreichische Komponist Johannes Maria Staud und sein Librettist, der renommierte Lyriker Durs Grünbein, haben sich...
Da streiten sich zwei Männer um eine Frau, nicht etwa, um sie zu gewinnen, sondern um sie loszuwerden. Denn die Frau ist die widerspenstige, herrschsüchtige Rita, Schankwirtin, respektive – in der Lausanner Inszenierung – Inhaberin einer zwielichtigen Strandbar. Sie hat den trotteligen Peppe geheiratet, nachdem ihr erster Ehemann, der Seemann Gasparo, für...
Es spricht für die künstlerische Qualität der kooperationsfreudigen Sächsischen Staatsoper, wie gründlich andernorts bereits vorgestellte Produktionen für die Dresdner Premiere überarbeitet werden. So geschah es Ende der letzten Saison mit Adriana Hölszkys Bachmann-Oper «Der gute Gott von Manhattan», die in der Semperoper weitaus eindringlicher wirkte als zuvor...
