Von Wagner zu Hitler – und mittendrin: Isolde
Der Bedarf an Biografien namentlich weiblicher Verwandter von berühmten Persönlichkeiten speist sich vermutlich vor allem aus zwei Quellen: Erstens liegen über Thomas Mann, Johann Wolfgang von Goethe und eben Richard Wagner so zahl- und umfangreiche Bücher vor, dass eine Erweiterung des Blicks aus der Verlegenheit ständiger Wiederholungen heraushelfen kann.
Zweitens ermöglicht der Blick auf die Biografien von Ehefrauen, Schwestern, Töchtern und so weiter, all das wahrzunehmen, was im Glanzlicht der (männlichen) Prominenz in Vergessenheit geriet; ungeschriebene Frauenbiografien entstehen somit gewissermaßen «automatisch» neu.
Bei glücklichem Verlauf ergeben sich daraus individuelle und zugleich exemplarische Geschichten, Panoramen ihrer Zeit sowie neue Details und Facetten – auch die zentralen Figuren des Ganzen betreffend. Hier heißt das zum Beispiel, Richard Wagner als liebenden Vater zu erleben, der sich nach dem kranken «Loldchen» erkundigt, «diesem wunderlichen Wunderkind», in dessen Haus «viel gelesen, gespielt und phantasiert» wird und dem es fernliegt, seine erste Tochter auszubooten, wie es seine Witwe nachher unternimmt. Es dürfte auch der spektakuläre und entsprechend ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 35
von Judith von Sternburg
arte
03.12. – 08.45 Uhr Das Land der Sänger
Gesang gehört zum Leben der Bewohner Lettlands wie die Flüsse und das Meer. Ob auf dem Land oder in der Hauptstadt Riga: Tausende begeisterte Lettinnen und Letten singen in unterschiedlichen Chören die traditionellen Volkslieder, die von der klaren Schönheit und Poesie ihrer Heimat erzählen. Vor rund 25 Jahren, während...
Ach, was sind das doch für magische zwei Zeilen! «Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort.» Geschrieben hat sie einer der bedeutendsten Dichter der deutschen Romantik, Joseph von Eichendorff, und nicht zufällig dienten sie Rüdiger Safranski 2007 als zentrales Motto für sein staunenswert kluges Buch über die Romantik. Darin findet sich auch...
Le Voyage dans la Lune» ist nach «La Périchole» und «Maître Pé-ronilla» die dritte Operette Jacques Offenbachs, die das Palazzetto Bru Zane in seiner der französischen Oper gewidmeten CD-Buchreihe vorlegt. Die 1875 am Pariser Théâtre de la Gaîté uraufgeführte Opéra-féerie war einer der wenigen Sensationserfolge des späten Offenbach und wurde 186 Mal am Stück...
