Foto: Berliner Rundfunkchor/Lovis-Ostenrik
Von Bach bis Weltmusik
So viel Luther war nie. Bücher, Ausstellungen, Podien, Feiern, musikalische Reverenzen – der Reformator als Superstar. Seine Wittenberger Thesen: als Urknall des Protestantismus und früher Ausblick auf die Modernisierung des Abendlandes gefeiert. Was Doktor Martinus da vor 500 Jahren angestoßen hat, hallte im ausklingenden Jubiläumsjahr in allen Tonlagen nach. Buchstäblich.
Wenn Martin Geck «Luthers Lieder» als «Leuchttürme der Reformation» deutet (Olms Verlag, 144 Seiten, 16,80 Euro), dürfte er allerdings weniger an die verkümmerte Gesangskultur evangelischer Kirchengemeinden gedacht haben als an jene 13 (Chor-)Kantaten, die Johann Sebastian Bach auf Texte des aufsässigen Augustiner-Mönchs komponierte – Christoph Spering hat sie zwischen 2014 und 2016 mit dem Neuen Orchester und Chorus Musicus Köln jenseits starrer Authentizitäts- und romantischer Innerlichkeitsgebote eingespielt (dhm/Sony, 4 CDs). Andere ließen sich gar hinreißen, neue Töne zu riskieren: Kurz vor dem großen Feiertag am 31. Oktober hob die Staatskapelle Halle ein «Luther»-Oratorium des Argentiniers Oscar Strasnoy aus der Taufe (Libretto: Christoph Hein); der in Deutschland lebende Brasilianer Jean Kleeb verfasste ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Albrecht Thiemann
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