Vexierbilder

Mozart: Le nozze di Figaro
BASEL | THEATER

Opernwelt - Logo

Der Raum habe für sie etwas «Flirrendes, Zittriges», sagt Regisseurin Barbara Frey. Das ist zweifelsohne richtig. Doch da, wo einem in einem Vexierbild die Augen ineinander übergehen, kehrt gleichzeitig Starre ein. Insofern ist Bettina Meyers Bühnenbild für Mozarts «Le nozze di Figaro» am Theater Basel in jeder Hinsicht bemerkenswert: Mehrere sich ins Unendliche verjüngende Soffiten und Schenkel (also immer enger werdende Rahmen mit dunkelgrün-barocker Blätter-Ornamentik) markieren eine klassische Guckkastenbühne mit Zentralperspektive.

Das ist domestizierte Natur, ganz klar ins Zeitalter des Ancien Régime einzuordnen. Und die Verbindung von Flimmern und Statik.

Bei den Figuren verhält es sich anders. Bettina Walters Kostüme verweisen in eine unbestimmte Gegenwart, halten aber die Hierarchien aufrecht. Der Graf im edlen dunkelblauen Dreiteiler, Susanna gut gekleidet, aber eben doch seine Domestikin, oder sagen wir: Angestellte im #MeToo-Verhältnis. Bei den Irrungen und Verwirrungen im Verlauf des tollen Tages verschwin­den die Handelnden oft wie unter einer Folie: ob transparenter Zwischenvorhang oder Decke, unter die Cherubino im ersten Akt schlüpft, oder die Verkleidung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2020
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Alexander Dick

Weitere Beiträge
Was kommt... März 2020

Le lab
Zum Glück arbeiten sie nicht nur im Denklabor. Sondern meist auf der Bühne. An Brüssels La Monnaie Oper inszenieren die Regisseure Jean-Philippe Clarac und Olivier Deloeuil nun unter dem Titel «Trilogia» Mozarts drei Da Ponte-Opern in einem Rutsch. Wir sind dabei

Ivan Repušić
Seine Karriere begann in Split, an der Kroatischen Nationaloper. Dort erwarb er...

Chapeau!

Ich habe geweint ... und das nicht nur einmal, bei den bewegenden Memoiren von Brigitte Fassbaender. Der Titel hat recht: «Komm’ aus dem Staunen nicht heraus.» Ein Zitat aus  dem «Rosenkavalier», mit dem sie als Mezzosopran international berühmt wurde, in ihrer Glanzrolle als Octavian.

Staunen! Auch darüber, dass sie ihre Autobiografie selbst verfasst hat, ohne...

Premieren März 2020

Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren im März 2020. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B =...